Amy, einzigartig und unvergessen!

 

   

Im Juli 2001 sahen wir Amy zum ersten Mal, und zwar in der Zeitung. Sie wurde nachts unter falschem Namen im Tierheim abgegeben, halb verhungert, total verwahrlost und ängstlich. Wir fuhren hin, fanden sie trotz allem hübsch, hatten auch Mitleid und holten sie nach einigen Besuchen im Tierheim nach Hause.

 

 

Wir wussten nichts von ihr, nicht wie und wo sie gelebt hatte, und vor allem nicht, was sie erlebt hatte. Die ersten Monate waren wir damit beschäftigt sie aufzupäppeln, was uns auch mit viel Mühe gelang. Dann mussten wir uns unbedingt um die Erziehung kümmern. Amy war mittlerweile ein stattlicher Hund von fast 40 kg geworden. Wenn sie plötzlich an der Leine zog, weil sie sofort irgendwo hin wollte, hatte ich keine Chance mehr, sie zu halten.

Im Juli 2001 sahen wir Amy zum ersten Mal, und zwar in der Zeitung. Sie wurde nachts unter falschem Namen im Tierheim abgegeben, halb verhungert, total verwahrlost und ängstlich. Wir fuhren hin, fanden sie trotz allem hübsch, hatten auch Mitleid und holten sie nach einigen Besuchen im Tierheim nach Hause.
Wir wussten nichts von ihr, nicht wie und wo sie gelebt hatte, und vor allem nicht, was sie erlebt hatte. Die ersten Monate waren wir damit beschäftigt sie aufzupäppeln, was uns auch mit viel Mühe gelang. Dann mussten wir uns unbedingt um die Erziehung kümmern. Amy war mittlerweile ein stattlicher Hund von fast 40 kg geworden. Wenn sie plötzlich an der Leine zog, weil sie sofort irgendwo hin wollte, hatte ich keine Chance mehr, sie zu halten.

Ich rannte mit strammer Leine und ausgestrecktem Arm hinter ihr her.
Das sollte sich ändern, als wir auf die Hundeschule `Bonita` stiessen. Ich muß noch dabeisagen, dass ich mir vorher einige Hundeschulen angesehen hatte, aber keine davon mir zusagte. Sie waren mir alle zu hart, zu streng, und der Ton, der dort herrschte, ging in meinen Augen gar nicht. Amy hatte sich körperlich gut entwickelt, und auch ihre Allergien hatten wir im Griff. Aber sie war ein Sensibelchen, hatte auch einige Macken, und wir mussten im Laufe der nächsten Jahre lernen, damit umzugehen. Von Gewittern und Silvesterknallern will ich gar nicht reden, es waren vielmehr ganz alltägliche Situationen, die uns allen zu Schaffen machten. Alles Neue ging erst mal gar nicht, mit jeder neuen Situation war Amy überfordert, und auch die Hundeschule mochte sie anfangs nicht. Eine grosse Hilfe war ich Amy in dieser Zeit nicht, ich war mehr besorgt um ihre Gesundheit, dass ihr ja nichts passierte und konnte ihr dadurch die Sicherheit, die sie so dringend gebraucht hätte, nicht geben. Aber man lernt ja bekanntlich dazu, und mit der Zeit klappte alles besser. Es machte uns beiden Spaß, und so fuhren wir lange Zeit zwei mal in der Woche zur Hundeschule.
Wir belegten sogar einen Apportierkurs, allerdings ohne Erfolg. Wir belegten einen weiteren und noch einen dritten, mit dem selben Ergebnis. Jetzt wollte ich aufhören, weil ich dachte: „Was tust du Amy damit an? Der Hund will den blöden Beutel eben nicht ins Maul nehmen, geschweige denn bringen“. Renate war aber der Meinung, es mache Amy Spaß, es dauere bei ihr nur etwas länger. Dieses `etwas länger` dauerte mehrere Jahre, aber dafür haben wir auch bis kurz vor ihrem Tod, wenn es ihr gut ging, mit apportiert und Madame hatte bis zum Schluß Spaß daran. Und man sollte es nicht glauben, sie hielt dabei sogar den Beutel für kurze Zeit in ihrer Schnüß. Hat aber auch `etwas länger` gedauert.
Vor etwa zwei Jahren hörten wir dann mit der Hundeschule auf, Amy konnte das Tempo der Gruppe nicht mehr mithalten, und mit dem setzen klappte es auch nicht mehr so richtig. Sie war alt geworden, ohne das wir es wahrhaben wollten. Wir fuhren aber weiter nach Meinerzhagen und Amy genoß es, dazuliegen und nichts zu tun. Für mich war es auch sehr wichtig, den Kontakt zu halten, denn es hatten sich im Laufe der Jahre tolle Freundschaften gebildet. Unser letzter gemeinsamer Urlaub mit vier Frauen, sechs Hunden und einem Zwerg ( Smilla ) war für uns alle super. Amy blühte so richtig auf, als ob sie gespürt hätte, dass es das letzte Mal mit uns allen war. Jeder von uns achtete wie selbstverständlich darauf, das keine Tür klapperte, denn das konnte Amy bis zum Schluß nicht vertragen, sie biß dann auch schon mal in die `böse Tür`. Der ganze Urlaub wurde so organisiert, dass Madame keine Minute alleine war, denn sie litt im Alter unter Verlustängsten. Wenn man sie in fremder Umgebung allein ließ, konnte es schon mal passieren, dass sie die Wohnung umdekorierte, inklusive anschließendem Tierarztbesuch wegen abgebrochener Zähne. Wir genossen jeden Tag mit Amy, und jeder freute sich, wenn sie gut gefressen hatte und gut drauf war. Das war im April diesen Jahres, und danach baute Amy zusehends ab. Das Laufen fiel ihr an manchen Tagen so schwer, dass sie nur bis in den Garten ging, und das auch nur mit unserer Hilfe. Frau Dr. Latz kam öfters zu uns nach Hause, viel konnte sie aber nicht mehr machen. Wir nahmen Amy die Schmerzen und gestalteten ihr den Alltag so schön wie möglich. Ich dachte, wir hätten noch ein paar Monate mit Amy, aber ihr Körper baute immer mehr ab. Sie konnte kaum noch Treppen ohne fremde Hilfe laufen, und das Aufstehen fiel ihr unheimlich schwer. Amy so zu sehen war traurig, und man konnte ahnen, dass sie nicht mehr lange bei uns bleiben würde.
Mitte Juli 2010 war es dann soweit, Amy wollte wie so oft nachts raus, aber sie kam nicht mehr bis auf den Rasen sondern sackte vor den Stufen zum Garten zusammen, blieb liegen und sah mich mit großen Augen an. Ich hob sie vorsichtig hoch und trug sie so gut ich konnte bis auf ihre Decke. Amy hatte schon immer ihren eigenen Kopf, und so rappelte sie sich noch einmal auf und schleppte sich ins Wohnzimmer. So fand sie es in Ordnung. Ich blieb den Rest der Nacht bei ihr, und wir beide schliefen noch ein bisschen. Aufstehen wollte Amy nicht mehr. Ich bin dann am Morgen noch zur Arbeit gefahren, hatte aber keine Ruhe und fuhr wieder nach Hause. Amy lag noch genau so, wie ich sie vorher verlassen hatte, sie konnte nun überhaupt nicht mehr aufstehen. Ich wusste, dass es nun soweit war. Ich rief Renate an und dann Frau Dr. Latz, sie wollte am Mittag kommen. Von nun an stand ich mit Renate in ganz engem Kontakt. Sie sagte mir Dinge, die ich tun oder lassen sollte und Worte, die ich wählen sollte, alles auf Amy abgestimmt. Amy war ganz ruhig, und ich, ja wie fühlte ich mich? Ich konnte kaum glauben, dass es bald vorbei sein sollte.
Frau Dr. Latz kam am Mittag, und ohne viele Worte tat sie ihre Arbeit. Amy lag da und bemerkte sie kaum. Ich hielt sie fest in meinem Arm, und nach kurzer Zeit schlief sie sanft ein.
Wir haben Amy einäschern lassen und die Urne im Garten an ihrem Lieblingsplatz begraben. Die Tage nach Amy´s Tod waren unglaublich schmerzlich und tränenreich.
Bedanken möchte ich mich für die tröstenden SMS-Nachrichten und liebevollen Anrufe und Briefe der ganzen Hundeschule.
Besonders möchte ich mich bei Renate mit Lilly und Smilla bedanken, ohne sie hätte ich es so nicht geschafft.
Herzlichen Dank auch an Gabi mit Hanka und Paulina, an Elke mit Eika und Nele, an Sabine mit Luke und Jenny, an Sandra mit Lucy und an Silvia mit Joana, die nicht aufgehört haben mich zu trösten und aufzumuntern.

 

„Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von unserem Leben,
drum wird dieses eine Blatt allein
uns immer, immer fehlen.“

Übungsplatz

Schlenke 8

58540 Meinerzhagen

neben Holz Meeser

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Renate Dimter

Tel. 0173 66 91 283

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