Erfahrungen / Erlebnisse

Wer sein Ziel kennt, findet den Weg.
(Li Taipo)

Die Welt ist voll von kleinen Freuden,
die Kunst besteht nur darin,
sie zu sehen, und ein
Auge dafür zu haben.
(Li Taipo)

„Warte nicht auf große Wunder, sonst verpasst du viele kleine!“

Nach nun fast einem Jahr mit Bella und mir in deiner Hundeschule und nach einigen deiner Therapiemaßnahmen möchte ich hier Resümee ziehen und unsere Geschichte erzählen.

 

Damals war ich 28 Jahre alt, mein Leben war ein einziger Scherbenhaufen. Ich war immer unsicher, spielte die taffe Frau, um von allem abzulenken. Also überlegte ich mir, meinem Wunsch nach meinem ersten eigenen Hund nachzugehen. Früher Zuhause hatten wir immer Hunde. Ich bin auf einem Reiterhof aufgewachsen. Meine Eltern waren beide Reitlehrer. Tiere waren, im Gegensatz zu Menschen, immer  meine Freunde. Mein Hund sollte mir quasi neue Lebensfreude geben.

 

Im September 2009 fing ich aktiv an, nach einem für mich passenden Hund zu suchen. Ich suchte im Tierschutz. Eines Tages fand ich eine Anzeige mit Bellas Bild im Internet. Eine 9 Monate alte Border-Collie x Labrador Hündin. Sie sah sehr zerzaust aus. Der Blick so hilferufend und leer. Das Foto war mir jedoch sehr vertraut. Bella, wie sie damals schon hieß, sah einer unserer früheren Hündinnen, die damals leider wegen Gebärmutterkrebs mit 7 Jahren eingeschläfert werden musste, sehr, sehr ähnlich. Unsere Hündin früher hieß „Dela“. Was schon mal sehr ähnlich klang. Ich rief die Pflegestelle in Leverkusen an, die leider das Wochenende zu Schwiegereltern nach Hagen mussten. Das traf sich für mich noch viel besser. Das ist ja direkt nebenan. Wir trafen uns dort und gingen fast zwei Stunden um den Hengsteysee spazieren. Bella war mir sofort sehr vertraut und im Gegensatz, wie die Dame der Pflegestelle mir vorher sagte, sie wäre sehr scheu und ängstlich und würde keine Leckerchen annehmen und sich nicht anfassen lassen, war sie bei mir sehr zutraulich ließ sich kraulen und füttern. Das Ende vom Lied war, ich durfte sie sofort mit nach Hause nehmen, was ich nicht gedacht hätte.

 

Bella kommt von einem Bauernhof irgendwo unter Köln, der von der Polizei aufgelöst wurde, weil alle Tiere in schlechter Haltung waren. Sie wurde an einer 1,5m kurzen Kette gehalten. Wie die Tierschützer berichteten, wurde sie dort nie abgeleint zum Spazieren oder Ähnlichem. Sie wurde geschlagen, getreten, gequält und mit Müll gefüttert. Besonders die Kinder des Bauern fanden Freude daran den kleinen Welpen immer wieder zu quälen und mit Stöcken und Steinen zu schlagen. Und Bella konnte nie weg und hat sich nie wehren können.

 

In ihrem neuen Zuhause angekommen, legte sie sich sofort auf ihre Decke, als wäre es schon immer ihr Zuhause gewesen und stürzte sich auf das vorbereitete Schweineohr.

 

War das vielleicht schon Schicksal? Aber es kommt noch besser.

 

Nach 4 Wochen Eingewöhnung und Angst vor sämtlichen Gegenständen des Haushalts, sowie erst lernen was Futter ist und Beseitigung einiger Krankheiten sollte Bella nun Artgenossen kennenlernen. Damals erkundigte ich mich nach Hundeschulen in der Umgebung und überlegte schon die Hundeschule Bonita zu besuchen. Für mich war es damals nur zu weit weg. Es gab einen Hundeverein in Herscheid, wo ich damals noch in Lüdenscheid wohnte, der nur 15 Minuten von Zuhause weg lag. Ich beschloss in diesen Verein einzutreten. Wir gingen in die Junghundegruppe um erst einmal die Grundlagen zu lernen, was mit Bella sehr schnell voran ging. Langsam vertraute sie auch anderen Hunden und hatte dort regelmäßige Spielkameraden. Alles war schön und ich war superglücklich mit meinem Hund, der mir viel Liebe gab und ich ihr. Bis zum März 2010.

 

Ein alltäglicher Waldspaziergang. Bella verstand sich bis zu diesem Tag mit jedem Hund, der uns entgegenkam. Da war Bella 1 Jahr und 3 Monate alt. Wir spazierten, trafen einen anderen Hund, beide spielten. Plötzlich kam aus dem Wald eine Schäferhündin rausgesprungen, direkt auf Bella drauf. Sie biss Bella in die Kehle und wollte sie tot schütteln. Bella schrie wie am Spieß. Ich auch. Geistesgegenwärtig packte ich mir die Schäferhündin im Rückenfell, riss sie weg und schleuderte sie zurück in den Wald. Die Besitzerin kam etwas später angerannt und fragte, ob etwas passiert sei. Ich sagte nur, sie solle ihre Bestie an die Leine nehmen. Sie sagte, das könne sie nicht. Da habe ich über mehrere Ecken die Adresse heraus gefunden und sie angezeigt. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht.

 

Seit diesem Tag war alles anders. Es gab noch mehrere Beißvorfälle im Hundeverein. Jedenfalls konnte ich ab diesem Tag nicht mehr mit Bella arbeiten. Weder die Unterordnung klappte, sie wollte nicht mit anderen Hunden auf dem Platz laufen und hatte nur Angst wenn andere Hunde den Platz betreten wollten. Alleine war es in Ordnung. Ich ließ Bella nur noch mit den Hunden spielen, die sie vor dem Beißvorfall kannte. Dies funktionierte einigermaßen. Ich kam zu dem Entschluss, dass ich den Verein wechseln muss, da Bella dort negative Dinge verknüpft hat. Ich probierte noch 3 verschiedene Vereine in der Umgebung aus, weil Bella Agility so wichtig war. So legte sie damals ihre Unsicherheit mit sich bewegenden Gegenständen ab. Wir waren in Balve, Marienheide und letztendlich in einem ganz kleinen Verein in Lüdenscheid. Hier war die Unterordnung schon angenehmer für Bella, da nur ca. 6 Hunde in der Gruppe waren.

 

Aber es wurde beim Spazieren schlimmer. Bella wurde leinenaggressiv aus ihrer Angst heraus. Jeder Hund, der an uns vorbei kam sollte angefallen werden. Spaziergänge waren eine Folter und ich suchte mir nur noch abgelegene Stellen, wo ich sicher war, keine fremden Hunde zu treffen.

 

Schließlich wurde mir eine Hundeschule in der Nähe empfohlen. Es sollte ein 10stündiger Kurs sein. Nach einer kostenlosen Schnupperstunde, meldete ich uns an. Die Hunde kamen während der Stunde einzeln aus den Autos und die anderen Halter haben zugeguckt, wie man Sitz, Platz und Bleib übte. Aber das konnten wir ja alles schon. Der Trainer wusste eigentlich, dass ich komme, weil Bella neu sozialisiert werden sollte. Wie sollte das so funktionieren? In der 8. Stunde wo nun alle Hunde mal zusammen spielen sollten, die sich ja nur vom Bellen aus den Autos kannten, weil man das Abrufen aus einer Gruppe üben wollte, bin ich nicht mehr hingegangen.  Denn Bella spielte tatsächlich und verhielt sich nur mäßig zickig. Ich war total stolz. Als Bella mit den anderen Hund spielte passierte eine Situation die ich nicht Verstand und für mich und meinen Hund nicht richtig war. Ich brach in Tränen aus, nahm meinen Hund und ging. Und kam nie wieder. Wieder ein Rückschlag.

 

Zu meinem Glück schlug ich ein paar Tage später gegen Ende Februar 2012 den Boten auf und sah die Anzeige von Renate. Hundeschule Bonita. Tierkommunikation. Schamanin und Heilerin. Da ich ein Mensch bin, der gerne über den Tellerrand schaut und weiß dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, rief ich Renate direkt an und erzählte ihr aufgelöst, noch viel ausführlicher, als ihr es hier lesen könnt, meine Geschichte. Ich dachte, oh nein, die hält mich bestimmt für verrückt. Ich kann reden ohne Ende. Es sollte erst eine Tierkommunikation stattfinden fand ich und dann würde ich zur Einzelstunde und später in die Gruppenstunde kommen, beschloss ich. Gesagt getan. Jeden Tag beobachtete ich Bella, ob ich feststellen könnte, dass eine Kommunikation stattgefunden hat. Plötzlich Renates Anruf, den ich kaum erwarten konnte. Was sie erzählte war komisch. Eigentlich war Bella nicht im Tierheim, doch sie erzählte das. Und Bella sagte: „Eigentlich müsste ihr (also mein) Herz doch voller Freude sein, wo ich doch jetzt da bin“. Damals hatte das alles noch nicht so viel Sinn für mich. Es gab aber auch viele Parallelen. Was Bella über mich sagte stimmte, woher sollte Renate das wissen, sie hatte mich ja noch nicht mal gesehen. Andere Erlebnisse erzählte Bella, die auch alle stimmten. Doch das mit dem Tierheim war mir ein Rätsel. Bis vor einigen Tagen. Nach meinem Umzug vor 2 Monaten nach Meinerzhagen, fielen mir Fotos unserer früheren Hündin in die Hände. Die gleiche Figur, der gleiche Blick, die gleiche Mimik wie Bella, da habe ich mir die Frage gestellt, ob es sein kann, dass der gleiche Hund wiedergeboren wurde. Renate erklärte mir, es ist die gleiche Seele, die wiedergeboren werden kann. Da stand für mich fest, Bella wollte zu mir zurück und hat sich diesen ähnlichen Körper gesucht, damit sie mir vertraut ist und ich sie erkenne. Jetzt passt auch der Spruch, den Bella damals sagte. Und damals, als sie noch Dela hieß, kam sie aus dem Tierheim. Daher hatten wir sie damals geholt. Und die Geschichten von der Vergangenheit aus der Kommunikation passten genau zu Delas Leben. Das heißt, dass sie das alles auch nicht vergessen hat und ich jetzt mit der Vergangenheit von zwei Hundeleben arbeiten muss. Total krass, dachte ich. Dieses Thema werde ich in der nächsten Zeit durch weitere Kommunikationen mit Renate vertiefen. So genau habe ich ihr davon noch nicht erzählt.

 

Weiter zum Thema Hundeschule. Bella jagt, ich kann sie nicht von der Leine lassen. Bella ist aggressiv zu anderen Hunden. Bella hat Angst vor Kindern, besonders vor kleinen Jungen. Diese Thematik habe ich beschrieben. In einer Einzelstunde besprachen wir alle Grundlagen. Danach sind wir in eine Gruppe eingeteilt worden und ich hatte richtig Angst, Bella mit anderen fremden Hunden laufen zu lassen. Die ersten beiden Male in der Gruppe habe ich auch geheult, weil ich Angst hatte, dass etwas passiert. Dies war die erste Sache, die ich gelernt habe, ich projiziere meine Angst auf meinen Hund, der deswegen noch unsicherer wurde. Zu allererst wurde also ich trainiert, dass ich meine Angst verliere und mich vor meinen Hund stelle, um diesem Sicherheit zu geben. Dazu musste erst ich mich ändern. Das hat sehr lange gedauert, bis ich dachte, ich muss auch was tun. Nur ich kann ja schon kommunizieren. Was gibt es also für mich? Renate bot mir eine schamanische Reise an. Ok, dachte ich, was habe ich also zu verlieren?

 

Nun also ein Abschweifen zum Thema schamanische Reise. Diese dauerte damals in Renates Praxis eine Stunde. Viel gesehen hatte ich nicht, ich war danach nur total fertig und fühlte mich schwer wie Blei. Renate erklärte mir, es kann Nebenwirkungen wie Erkältungssymptome geben. Renate hatte viel aus meiner Vergangenheit gesehen, was sie vorher alles gar nicht wusste. Ich war platt. Die nächsten 4 Wochen waren schlimm. Meine Launen schwankten von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Ich dachte viel nach. Auf einem Seminar zur Tierkommunikation bei Renate was kurz nach der Reise war, wichtelten wir uns Bücher. Meins war Wunschgeflüster. Und auch dieses Buch war Schicksal. Es handelte von einer Frau, die Bella hieß, und so ziemlich ähnliche Dinge in ihrem Leben erlebt hat wie ich. Und ich fing an, wie Bella in dem Buch, mein Leben zu ändern. Ich trennte mich von meinem Exfreund, zog um, und rechnete mit allen Leuten ab, die mir mit ihren Altlasten im Weg standen. Ich trennte mich endgültig vom Rest meiner verkorksten Familie und machte auch mit denen Schluss. Das alles war total befreiend und ich wurde mit jedem Tag stärker. Alles schon wieder total krass, dachte ich.

 

Meine Vergangenheit war besiegt. Nun hatte ich die Stärke, die ich brauchte um Bella Sicherheit zu geben. Und es funktionierte. Bella ging hinter mir, wenn ich es wollte, wenn andere Hunde kamen und überließ mir die Verantwortung im Zusammentreffen mit fremden Hunden. Zwar ganz langsam, das geht nicht von heute auf morgen. Auch mit einigen Rückschlägen, aber immer ein bisschen mehr. Kurze Zeit später gönnte ich auch Bella eine schamanische Reise. Renate sagte, bei Bella stand Unsicherheit im Vordergrund. Sie tat auf der Reise etwas für Bellas Selbstbewusstsein und gegen die Ängstlichkeit. Danach gab es ein Schlüsselerlebnis, als diesmal positiven Vorfall. Bella und ich beim Waldspaziergang. Bella an der Leine. Um die Kurve kam plötzlich eine Rhodesian Ridgeback Hündin bellend angerast direkt auf uns zu. Nur diesmal geriet keiner von uns in Panik. Ich blieb stehen und dachte, wenn etwas passiert, kann ich immer noch reagieren, ich bleibe erst einmal ruhig. Auch Bella blieb total cool und tat etwas was ich nie erwartet hätte. Sie ging hinter mich und setzte sich hinter mich hin und wartete ab. Der Hund war schon fast vor uns, als dieser sich entschloss doch auf seinen schreienden Besitzer zu hören und stehenblieb. Der Besitzer leinte seinen Hund an und ging langsam auf uns zu. Die Hunde beschnüffelten sich sogar noch. Ich erklärte dem Mann, dass Bella Angst hat und er ließ seinen Hund angeleint, bis wir uns nicht mehr sehen konnten. Von diesem Tag an änderte sich wieder alles. Bella geht brav an der Leine neben mir her, wenn andere Hunde kommen, regt sie sich doch mal auf, nehme ich sie hinter. Ein wenig später machten Bella und ich noch mal eine Reise bei Renate, um alles zu vertiefen.

 

Es gibt bei Bella hin und wieder noch mal Rückschläge, wenn die Angst sie doch noch überkommt. Aber es wird von Stunde zu Stunde in der Hundeschule besser. Sie spielt mittlerweile in der Gruppe. Mehr als ein Hund waren ihr sonst immer zu viel. Beim Spazierengehen spielt sie zwischendurch auch mit fremden Hunden. Auch die Unterordnung tut ihr gut. Der Jagdtrieb ist nicht mehr so extrem, man kann sie besser abrufen. Mittlerweile kann man sie ohne Leine laufen lassen. Denn auf die Pfeife reagiert sie sofort, egal aus welcher Situation und sie kommt zurück. Mein Freund hat letztens mit ihr im Wald Rehe gesehen. Da hat er nur gesagt, sie soll stehen bleiben, hat sie angeleint und sie hatte keine Anstalten gemacht hinrennen zu wollen. Ein paar Meter weiter, als die Rehe weg waren, hat er sie wieder abgeleint und sie ist nicht hinterher gerannt.

Auch der Apportierkurs bei Renate ist super. Vom Agility war Bella früher immer aufgedreht. Beim Apportieren muss sie sich konzentrieren, was anfangs schwer war. Aber es wird immer besser. Und es gibt ihr Selbstbewusstsein im Beisein anderer Hunde zu arbeiten.

 

Die Spaziergänge sind wieder entspannter. Im Hinterkopf ist immer etwas von früher. Aber das ist vielleicht auch gut so. So bleibt man aufmerksam und lässt den Hund nicht unkontrolliert umher laufen. Es macht wieder Spaß mit dem Hund unterwegs zu sein. Demnächst werde ich wieder eine Reise bei Renate machen. Es kommen immer noch einige Sachen zum Vorschein, die ich von Renate behandeln lassen möchte, wie z.B. zu viel Druck auf der Arbeit, mit dem ich schwer umgehen kann. Es funktioniert super. Toll, dass ich gleichzeitig den Hund und mich behandeln lassen kann. Es tut der Psyche einfach nur gut. Und man kann wirklich viel ändern. Ich habe in einem Jahr aufgearbeitet, was ich in herkömmlichen schulmedizinischen Methoden nicht annähernd erreicht habe.

Dankeschön Renate.

 

Ich habe gelernt, dass man Geduld haben muss und man nicht alles von heute auf morgen ändern kann. Immer kleine Schritte gehen, um sein Ziel zu erreichen. Frei nach dem Motto:

„ Warte nicht auf große Wunder, sonst verpasst du viele kleine!“

 

Sandra und Bella

 

Nicht jede Reise ist ein Urlaub und
nicht jede Kommunikation einfach Small Talk

Seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich mit Hunden groß geworden. Mischlinge und Golden Retriever. Durch die Golden habe ich über die Jahre immer mehr Spaß an der Dummyarbeit bekommen, doch mein alter Rüde DJ (geb. 2000) war nie der eifrigste dabei, so dass ich mich entschloss einen Welpen aus einer reinen Arbeitslinie zu nehmen. Und das war der Moment wo alles begann, schöne Zeiten wie auch schlechte Zeiten. Denn im Sommer 2009 zog Pepper ein. Eine Golden Retriever Hündin aus amerikanischer Arbeitslinie. Was so viel heisst wie der Border Collie unter den Retrievern. Ein Arbeitstier was gearbeitet werden will und muss, sonst bliebe die Einrichtung nicht heile. So jedenfalls hiess es vom Züchter. Und da dieser Züchter in der „Dummyszene“ ein sehr bekannter Profi-Trainer ist, haben Pepper und ich uns natürlich in sicherer Hand geglaubt.Er mochte vielleicht ein guter Trainer für Hunde sein die zuverlässig in der Spur laufen, doch von Verhaltensproblemen hatte er nun wirklich keine Ahnung. Und so begannen die Probleme, von Anfang an.

 

Mit 8 Wochen lief Pepper das erste Mal weg auf einem kleinen Waldspaziergang hinter unserem Haus. Der Schock war natürlich groß, denn glaubt man nicht immer die kleinen süßen Welpen haben diesen absolut genialen Folgetrieb und weichen einem kaum von der Seite??

 

Nun, Pepper war schon immer sehr Freiheitsliebend.

Die Problematik des „weglaufens“ oder auch „umherlaufens“ steigerte sich von dem Moment an immer weiter über Monate hinweg bis sie ca. 2 Jahre alt war. Ob sie nur so im Freilauf war oder während des apportierens, es spielte keine Rolle, sie rannte und rannte und rannte... und war kaum zurück zurufen.


Was sich neben Peppers Laufen ebenso steigerte war natürlich meine bodenlose Enttäuschung, und immer noch die gigantische Erwartungshaltung „Du hast da jetzt einen Arbeitshund, dermuss jetzt auch gearbeitet werden, sonst dreht der durch! Du wolltest sie doch unbedingt für die Dummyarbeit, also muss das jetzt auch mal klappen.“ Bekloppter konnte ich wirklich nicht sein. Zudem kam natürlich noch der Druck vom Züchter, wie es denn sein kann das nichts klappt, dass sie nur rum rennt. Ob ich denn, auf gut deutsch, zu dämlich wäre einen Hund auszubilden.

Ich sage es mal so. Von Peppers Seite und auch von meiner Seite hat es sich in den ganzen 2 Jahren ordentlich hoch geschaukelt, aufgestaut und immer mehr Unruhe gebracht. Pepper fing sogar an sich schon recht früh, mit knapp 9 Monaten das Fell an den Vorderbeinen abzuknabbern aus Stress und ja, auch aus Verzweiflung.um damaligen Zeitpunkt glaubte ich noch sie wäre nicht richtig ausgelastet, körperlich, wie auch vom Kopf her da ich ja nicht so mit ihr arbeiten konnte wie ich es ja gerne wollte, sie nicht so ableinen und laufen lassen konnte wie ich es ihr gerne ermöglicht hätte. Also haben wir als Ausgleich Clickertraining begonnen, dann folgte Trick-Dog, die ersten Anfänge im Agility und...achja... viele Suchspiele und kleinere Apportiereinheiten um doch nicht ganz den Faden zu verlieren und vielleicht, gaaaanz vielleicht doch noch Erfolge zu sammeln. Bekloppt, ich sags ja! Es klingt nicht nur nach verdammt viel, es war auch verdammt viel und für Pepper eindeutig zu viel des Guten an unterschiedlichen Dingen. Heute weiss ich es, aber zu dem Zeitpunkt war es reine Verzweiflung diesen jungen Hund irgendwie richtig hinzubekommen.

 

Als Mitte 2011 ein Golden Geschwisterpaar einzog suchten wir natürlich eine passende Welpenspielgruppe, denn nochmals so einen Reinfall wie mit Peppers Trainer/Züchter wollte ich wirklich nicht erneut erleben. So kamen wir zu Renate in die Hundeschule. Neben meiner ersten Welpenstunde mit meiner kleinen Thalia sprach ich Renate direkt auf die Tierkommunikation an. Da wir vor vielen vielen Jahren bei unseren damaligen Rüden eine solche Kommunikation haben machen lassen, war ich bester Dinge ein Stück weiter mit „Problemfall Pepper“ zu kommen.

Gesagt, getan.


Und das Ergebnis war erschütternd! Einerseits auch erleichternd da ich nun einen Anhaltspunkt hatte wie und woran wir arbeiten mussten und andererseits erschütternd, tief berührend und erschreckend was in ihrem Kopf so vor sich ging, was sie erlebt hat, schon während ihrer Welpenzeit beim Züchter und welche Wirkung ich und mein Verhalten, meine Einstellung und Denkweise bei ihr verursachten.
Ich werde nur einige Dinge kurz anreissen um nicht den Rahmen zu sprengen oder gar Sie als Leser zu verschrecken :)

 

Peppers allgemein Befinden war zu dieser Zeit sehr schlecht, sie fühlte sich sehr unsicher und starr (von den Muskeln her), nicht ausgeglichen was Körper, Geist und Seele betraf, konnte kaum schlafen und döste meistens nur.
Was ihr psychisch mit am Meisten zugesetzt hat und sie geformt hat wie sie nunmal war, war die Problematik während ihrer Geburt. Denn ein Welpe vor ihr kam tot zur Welt. Der Tierarzt und auch Züchter müssen während ihrer Geburt noch davon gesprochen haben, denn Zweifel von „es nicht schaffen, es nicht können.“ waren das Erste was sie auf dieser Welt erlebte und sie prägte. Sie fühlte sich als Aussenseiter, als „Problem“, auch als sie schon in unserem Rudel lebte.

 

Laufen war ihr Ausweg. Laufen war ihre Art diesen Stress zu verarbeiten. Sich frei laufen. Aus ihrer Haut laufen, So beschrieb sie es selbst.

 

Zudem kam nun meine, schon erwähnte Verzweiflung sie nicht richtig auslasten zu können. Peppers Wortlaut hierzu war: „Sie versucht viel neues. Sie ließt viel, aber bitte nicht immer etwas neues ausprobieren. Ich kann mich nicht so schnell auf etwas neues einstellen. Ich brauche Zeit, viel Zeit, Ruhe und Geduld.“ So viel zu Clicker, Trick-Dog und Co.

 

Und das war für mich eine Art Schlüsselsatz! Etwas woran ich mich hielt, was ich immer im Hinterkopf behielt und was uns beiden viel geholfen hat. Ebenso ihr Wunsch nach mehr Vertrauen.

 

Es hat gedauert das alles umzustellen, sich selbst darauf einzustellen und es umzusetzen. Doch ich war gewillt alles zu tun um sie glücklich zu sehen. Denn eine melancholisch traurige Ausstrahlung hatte sie schon von Anfang an. Jetzt weiss ich woher.

Während und nach der Kommunikation hatte Renate schon so ein komisches Gefühl das mit ihrem Namen etwas nicht stimmen könnte, es passte einfach nicht, Pepper hatte ein Problem damit. Vielleicht von ihrer nicht so tollen Kindheit her, schlechte Prägung und Konditionierung auf den Namen oder einfach die Dynamik des Namens. Ich selbst stelle es mir immer so vor, dass ein Name eine bestimmte Dynamik hat, durch seinen Klang, durch seine Aussprache und vor allem durch seine Bedeutung, und wenn diese Dynamik nicht mit der Dynamik des Lebewesens übereinstimmt, dann passt es einfach nicht. Es hat ein paar Monate gedauert, doch „Pepper“ ist inzwischen Geschichte.
Sie heisst jetzt Olivia, oder auch Olli genannt und scheint sehr sehr glücklich damit zu sein. Als ich sie das erste Mal mit ihrem neuen Namen ansprach, aus heiterem Himmel während sie mit unseren anderen Hunden im Garten tobte und direkt reagierte, aufschaute und angelaufen kam als hätte sie noch nie anders geheissen, war es für mich mehr als deutlich dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe sie tatsächlich umzubenennen.
Eine weitere Stütze für sie selbst war eine Kastration um ihr neben ihrem psychischem Stress auch den hormonellen zu nehmen. Es hat ihr wirklich gut getan. Doch das nur am Rande.

Um es kurz zu sagen und nicht in einem Roman zu enden: Im Spätsommer 2011 kam ich mit einem kleinen, missverstandenem, selbstzweifelnden, fast schon gebrochenem Häuflein Elend zu Renate, und heute, im Herbst 2012 steht eine vorwitzige, freche, vor Lebenslust strahlende, wie wild apportierende (inkl. zurückbringen), selbstbewusste junge Hundedame auf dem Trainingsplatz und haut mich jeden Tag wieder neu von den Socken wie sie sich im laufe eines Jahres zum positiven verändert hat. Es gab zwar ab und an den ein oder anderen Moment in dem sie wieder in ihr altes Verhalten fiel, doch diese Momente hielten nur kurz an, wurden immer weniger und immer kürzer, bis wir nun dort angekommen sind wo wir gerade stehen.

 

Noch heute beim Training hat sie wieder gezeigt was in ihr steckt wenn ich und auch sie selbst an sich glaubt! Ich könnte einfach nur platzen vor Stolz und Freude.

 

Liebe Renate, ich kann Dir gar nicht genug danken!! Danke Danke Dankedankedanke, tausendmal Danke!! Ohne deine Hilfe und Unterstützung, im Training, durch die Kommunikationen und die schamanische Reise bei Olivia, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihr ihre Lebensenergie wieder zu geben, hast du uns wahrlich gerettet!! Und das ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen!! Einfach nur Danke!!!

 

Miriam Hilchenbach

mit Olivia

3,5 Jahre Hundeschule Bonita haben Spuren hinterlassen…

Durch die intensive Beschäftigung mit den Hunden und auch das Erlernen ihrer Körpersprache haben mich sehr weit gebracht.
Manchmal denke ich, ich hätte ein Schild um den Hals “Weltverbesserer”…aber das bin ich nicht. Niemand kann die Welt verbessern. Es kann nur jeder selbst an sich und seinem Hund arbeiten.

 

Ich sehe Menschen mit ihren Hunden, die sich über sie beschweren: “Langweilig ist mein Hund, es macht keinen Spass”. Solche Sätze erschüttern mich. Ist nicht jeder seines Glückes Schmied? Ich bin für den Hund verantwortlich und mache das aus ihm, was er ist. Warum ist der Hund “langweilig”? Wenn ich nicht bereits bin mit ihm etwas zu unternehmen, eine Bindung aufzubauen - wie sollen wir ein Team werden?

 

Wenn das Leben des Hundes nur daraus besteht, auf den Arm genommen zu werden, im Garten herumzuliegen oder vermenschlicht zu werden. Es passiert ausserdem nichts. Er wartet das der Tag zum Abend wird und das Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr für Jahr. Kein schönes Leben. Der Mensch beschwert sich, das der Hund zu Nichts Lust hat, absolutes Desinteresse zeigt. Ratschläge bzw. Verbesserungsvorschläge werden belächelt, Besuch einer Hundeschule mit Entsetzen verneint!
“Ich kann die Welt nicht retten”.
Ein anderer Hund hat jemanden gebissen, die Besitzer lassen ihn dennoch ohne Leine laufen, muss erst noch mehr passieren?
Wieder jemand findet es absolut lustig, dass der Hund vor seinem Menschen dessen Platz auf dem Sofa einnimmt…und diesen Platz verteidigt…ich mache mir bei solchen Erzählungen einen Knoten in die Zunge.

 

Es könnten hier noch viele Beispiele folgen, hätte genug davon. Früher wären mir solche Dinge gar nicht aufgefallen, hätte mich nicht daran gestört, aber nun ist es anders.
“Leben und Leben lassen” das ist mein Spruch, den ich mir vor Augen halte. Längst habe ich mir abgewöhnt, den Leuten Moral-Predigten zu halten.

 

Ich habe eine tolle Beziehung zu meinen Hunden aufgebaut, denen ich voll und ganz vertraue.
Da ist der alte Hund, der kaum noch etwas hört, er kommt uns entgegen, signalisiert “Abstand” unsere Hunde gehen weg, respektieren seinen Wunsch, ist das nicht toll?
Oder - wir gehen in Gesellschaft eines Hundes. Ein entgegenkommender unangeleinter Hund geht auf den Hund zu, möchte ihn angreifen. Ich bleibe ganz ruhig, sage “es passiert nichts”. Unser Neufundländer bremst den angreifenden Hund aus, schlichtet die Situation. Das Frauchen des Hundes war froh. Ich war mir meiner so sicher und natürlich auch stolz. Nur wenn die Bindung zwischen Mensch und Tier stimmt, kann Vertrauen aufgebaut werden.

 

Wenn dann jemand sagt “Dein Hund himmelt dich ja richtig an”, dann weiß ich, ich ernte die Früchte meiner Hundeschulzeit.

Weintrauben

Lieber nicht. Zwar ist man noch immer nicht ganz sicher, warum Weintrauben bei manchen Hunden Vergiftungen hervorrufen, doch raten Tierärzte, vorsichtshalber keine zu verfüttern. Das gilt übrigens auch für Rosinen (= getrocknete Weintrauben). Die Früchte hatten bei einigen Hunden Nierenversagen zur Folge. Auslöser scheint nach bisherigem Wissensstand ein Wirkstoff in der Traube zu sein und nicht etwa ein Gift, mit dem die Früchte äußerlich behandelt wurden (Pestizide o.ä.). Also auch wenn sie vielen Hunden gut schmecken, besser vom Speiseplan streichen, bis genauer geklärt ist, was es mit den Weitrauben auf sich hat.

 

(Auszug aus dem Hundetrendmagazin DOGStoday 04/2009)

Freddy

Ich konnte Freddy nie von der Leine lassen, da er anderen Hunden gegenüber nur aggressiv war. Auch die Hunde, mit denen er vor der Beißerei gut zu recht kam, pöbelte und keifte er nur an. Jeder Spaziergang war eine große Katastrophe für mich.

 

Seit September bin ich bei dir und seit November merkte ich schon eine Besserung. Er wurde ruhiger und vertraute mir immer mehr. Ich habe ihn mit Leckerchen abgelenkt, wenn andere Hunde kamen und er merkte schnell, dass er, wenn er nicht den Kasper machte, das Leckerchen bekam. Wir sind jetzt schon so weit, dass ich den Futterbeutel nur zu halten brauche, damit er aufmerksam Fuß geht, wenn er einen Hund sieht. Er fordert das Leckerchen zwar ein, aber was soll es, wenn er es gut macht, gebe ich es ihm. Ansonsten halt nicht.
Ende des Jahres habe ich ihn abends ohne Leine laufen lassen, wenn ich wusste, jetzt kommt kein Hund mehr. Freddy spielte und tobte dann im Schnee und ließ sich sehr gut abrufen. Mit der Zeit wurde ich mutiger und habe ihn immer an für mich sicheren Stellen abgeleint.
So auch am 10. Januar. Wir übten HIER und SITZ und wurden von zwei Hunden, auch ohne Leine, überrascht. Gott sei Dank waren es Max und Slotti, zwei super souveräne Hunde. Freddy kam zu mir, setzte sich, zwar aufgeregt, neben mich, wartete aber erst einmal ab.
Die Drei haben über eine Stunde im Schnee gespielt (mein Mann wollte schon eine Suchmeldung aufgeben)! Es war toll.
Wir treffen uns jetzt öfter zum Spielen und Quatschen.
Dieses Erlebnis war für Freddy und mich sehr wichtig und gut. Während des Spielens war ich immer in der Nähe und habe ihn auch öfter mal zu mir gerufen, wenn ich dachte, dass er anfängt zu übertreiben. Es war mir wichtig, aus einer entspannten Situation heraus das Spiel zu beenden, was genau richtig war. Ein paar Spaziergänge später trafen wir auf seine beiden Feinde. Sie hassen sich ganz furchtbar. Freddy sah sie an, grunzte einmal und ging weiter (an der Leine). Ich konnte sogar mit den Besitzerinnen Smalltalk halten. Die Hunde waren sehr verblüfft, dass Freddy so locker blieb.
Mittlerweile beschnüffeln sie sich recht verhalten und man spürt die Spannung in der Luft. Aber so einen Fortschritt hätte ich nicht für möglich gehalten.
Ich danke dir sehr für alles was du bis jetzt für uns getan hast und freue mich auf alles was noch kommt.

 

Ich weiß, dass ich auch immer mal Rückschläge in Kauf nehmen muss. Freddy ist ja ein Lebewesen und keine Maschine. Mein Rechner macht auch nicht immer das was ich möchte... Gestern ging ich mit meinem Hund spazieren. Wir trafen Slotti und noch zwei süße kleine Hunde. Die Vier spielten zusammen. Da ich meine Kids allein zu Hause hatte, wollte ich nicht lange stehen bleiben. Ich ging zwei, drei Schritte und signalisierte ihm so, dass es weiter geht. Dann rief ich zweimal kurz hintereinander HIER und mein Hund kam aus der Spielsituation zu mir und ging bei Fuß ganz brav weiter. Er drehte sich zwar um und beobachtete die anderen Hunde noch etwas, aber er ging ohne Leine mit. Ich hätte ihm dafür fünf Schweineohren geben können!

Kerstin Cox und Freddy

Pipo, unser kroatischer Straßenhund

Schon lange wünschte sich unser Sohn Malte (11) einen Hund, am liebsten einen Schäferhund. Auch wir wollten immer einen großen Hund, falls wir uns einen anschaffen sollten. Ich bin mit einer Schäferhund-Collie Mischlingshündin aufgewachsen und meinte, kein Anfänger in Sachen Hundeerziehung zu sein. Da ich ab dem 01. April 2010 nicht mehr arbeiten würde, wollten wir uns eigentlich zu diesem Zeitpunkt einen Welpen kaufen. Ab und zu surfte ich im Internet und informierte mich schon mal, wo und wie Welpen angeboten werden. Hier stieß ich auf die Homepage der Tierhilfe Kroatien und verliebte mich sofort in Pipo, der mit Foto und folgendem Text vorgestellt wurde:
Ich bin der Pipo, ca. 10 Monate jung und ich habe eine Schulterhöhe von 34 cm. Eigentlich dachte ich, ich habe eine Familie gefunden, aber ich wurde nicht abgeholt. Nun wohne ich bei meiner Pflegemama mit anderen Hunden, Katzen, Kindern und ich vertrage mich ganz toll mit allen. Ich bin stubenrein, fahre gerne Auto, laufe brav an der Leine, kann die Grundkommandos und bleibe auch schon mal allein, ohne die Wohnung umzudekorieren. Aber: eine eigene Familie wäre toll. Wo mich alle lieb haben und mich knuddeln. Ich ziehe bei euch altersentsprechend geimpft, gechipt, entwurmt, entfloht und tierärztlich untersucht ein.
Das hörte sich ja richtig gut an und stubenrein und alleine bleiben können ist auch toll. Kurz entschlossen rief ich bei der Tierhilfe an und machte für den nächsten Tag einen Besichtigungstermin fest. Meinen Mann habe ich einfach überrumpelt. Malte war sofort Feuer und Flamme und wir 3 sind dann ganz gespannt dort hin gefahren. Pipo befand sich in einer Wohnung zusammen mit einigen Katzen und ca. 5 anderen Hunden. Die Betreuerin sagte uns, dass Pipo den linken Hinterlauf gebrochen hatte und in Kroatien operiert wurde. Er war der einzige Hund, der sich nicht für uns interessierte. Gerade das fanden wir gut. Wir meinten, das wäre ein cooler Hund (heute wissen wir, dass wir hier super falsch lagen). Obwohl Pipo doch sehr klein ist, entschieden wir uns, ihn zu unserem neuen Familienmitglied zu machen und holten ihn 3 Tage später am 23. Oktober 2009 zu uns nach Hause. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir gar nicht darüber nachgedacht, welcher Rasse Pipo angehören könnte. Er war einfach ein süßer kleiner Mischlingshund. Ab sofort veränderte sich unser Leben komplett. Vorbei war für meinen Mann und mich das Leben als Coachpotatoe. Nun ging ich vor der Arbeit um 06:00 morgens schon das erste Mal Gassi und auch mittags und abends musste der Hund Bewegung haben. So kamen wir alle regelmäßig an die Luft. Ab dem ersten Tag bei uns war klar, dass Pipo ein absoluter Kuschelhund ist, der am liebsten den ganzen Tag Körperkontakt hat. Das ist toll. Und er konnte wirklich morgens 5 h ohne Probleme alleine zu Hause bleiben. Aber das war auch erst mal das fast einzig Positive. In den ersten Nächten konnten wir nicht richtig durchschlafen, da Pipo oft bellte und außerdem immer wieder versuchte, mit in unserem Bett zu schlafen, anstatt auf seinem Platz, den wir ihm im Schlafzimmer eingerichtet hatten. Beim Spazierengehen zog er ständig so stark an der Leine, dass er oft husten musste, weil er keine Luft mehr bekam. Außerdem bellte er Fußgänger, Motorroller und große Fahrzeuge an und ging dann auch richtig in die Leine. Zu Hause sprang er immer an den Freunden unseres Sohnes hoch und wollte auch nicht, dass sie sich innerhalb der Wohnung bewegen oder dass sie auf dem Sofa sitzen. Dann bellte er die Freunde an und wollte auch immer aufs Sofa. Gerade kleinere Kinder unter 10 Jahren fand er gar nicht gut, ängstliche Kinder ließ er nicht in Ruhe sprang diese an, versuchte sie zu begrenzen und bellte sobald sie sich bewegten. Ebenso reagierte er so auf ängstliche Erwachsene. Trafen wir beim spazieren gehen (immer an der Leine) andere Hunde, war er manchmal freundlich und manchmal ging er plötzlich aggressiv bellend auf den anderen Hund los. Dann entdeckten wir auch noch, dass er Flöhe hatte. So hatte ich mir das Leben mit meinem Hund aber nicht vorgestellt. Ich hatte die Vorstellung von einem perfekten Familienhund, der sich mit allen Menschen gut versteht, nicht bellt und auch mit allen Hunden spielen kann und den ich auch frei laufen lassen kann. –Mann, was war ich naiv-. Schon nach wenigen Tagen war uns klar, dass wir Unterstützung brauchten und nicht wirklich Ahnung von Hundeerziehung hatten. Ich suchte im Internet nach einer Hundeschule. Die Homepage der Hundeschule Bonita hat mich sehr angesprochen. Hier spielten mehrere Faktoren eine Rolle, u. a.:
- sie war aktuell,
- in den Jahresrückblicken gab es Berichte über gemeinschaftliche Unternehmungen,
- man konnte Einzelstunden für Problemhunde vereinbaren
- und vor allem gab es Erfahrungsberichte von Hundehaltern, die ganz verschiedenartige Probleme mit ihren Hunden hatten und von den Erfolgen durch die Hundeschule berichteten.
Ich rief an und vereinbarte einen Termin für 2 Wochen später, das war der nächstmögliche. Vorher gingen wir aber noch zur Tierärztin, um Pipo durchchecken zu lassen. Beim Tierarzt bellte er wieder viel, aber ließ sich ohne Probleme von mir festhalten und hatte keine Probleme mit der Untersuchung durch die Tierärztin. Mir war schon aufgefallen, dass die Augen von Pipo ein bisschen trüb waren und leider hat die Tierärztin auch bestätigt, dass beide Augen nicht gut aussehen und empfahl einen Besuch bei einem Spezialisten in Dortmund. Dort wurde festgestellt, dass er keine akute Infektion hat, was gut war, aber dass seine Sehkraft stark eingeschränkt ist. Aber der Arzt sagte, dass es Pipo anscheinend nicht stören würde und er gut damit zurechtkommen würde, dass er fast blind ist. So sind wir beruhigt nach Hause gefahren. Bei ihm gibt es Tage, an denen er fast gar nichts sehen kann (gerade bei hellem Sonnenlicht und sobald die Dämmerung anfängt) und andere, an denen er besser sieht.
Mittlerweile hatten wir doch mal überlegt, was für ein Mix Pipo wohl sein könnte und tippten auf Pinscher, Manchester Terrier oder Deutschen Jagdterrier. Die Tierärztin meinte auch Deutscher Jagdterrier-Mix. Wir informierten uns im Internet und kauften ein Buch über Hunderassen und fanden die folgenden Wesensmerkmale des Deutschen Jagdterriers, die auf alle Fälle passten:
- Jagdhund, der apportiert und stöbert (Pipo ist eindeutig ein Mäuse-, Ratten- und Maulwurfjäger)
- braucht sehr viel körperliche und geistige Anregung und ist ein guter Wachhund
- besitzt einen starken Willen
- eigenständig
- arbeitsfreudig und ausdauernd
Am 11.11. trafen wir uns dann mit Renate auf dem Hundeplatz. Sie war ganz erstaunt, dass Pipo so ein kleiner Hund ist. Nach meiner Beschreibung am Telefon hatte es sich wohl so angehört, als ob er mindestens die Größe eines Labradors haben würde. Wir sollten Pipo frei laufen lassen, was wir vorher noch gar nicht gemacht hatten und Renate stellte uns ganz viele Fragen. Zum möglichen Rassemix meinte sie, dass auf alle Fälle auch noch ein Dackel drin sei. Hier die Wesensmerkmale des Dackels, die wir bei Pipo gefunden haben:
- dickköpfig und eigensinnig
- beharrlich und selbständig
- intelligent
Dann kam nach wenigen Minuten schon die erste Analyse: „Der Hund hat keine Bindung!“. „Bindung? Wieso nicht? Er freut sich doch total, wenn einer von uns dreien nach Hause kommt?“ Und wir wurden aufgeklärt. Ohne Bindung geht gar nichts und wir bekamen die ersten Hausaufgaben und außerdem den Futterbeutel, durch dessen Benutzung wir eine Bindung zu Pipo herstellen sollten. Ebenfalls bat sie uns noch mal die Tierhilfe zu kontaktieren, um noch mehr über Pipos Vorgeschichte zu erfahren. Ich bekam hier die Info, dass Pipo im Alter von ca. ½ Jahr mit falsch zusammengewachsenem linken Hinterlauf in Kroatien gefunden wurde. Die Tierhilfe nahm ihn auf und er wurde operiert, d.h. das Bein wurde noch einmal gebrochen und gerichtet. Was wir nicht wussten und leider auch erst später feststellten war, dass der Bruch genagelt wurde und der Nagel immer noch im Bein saß und Pipo stark behinderte. Er nahm beim Sitz oder Platz immer eine Schonhaltung ein und es muss ihm auch Schmerzen bereitet haben, da der Nagel nicht mehr an seinem Platz saß. Im Mai ließen wir ihn dann röntgen, da er aufgrund einer Zahn -OP sowieso eine Vollnarkose bekommen sollte (vielen Dank Renate für diesen Tipp) und die Tierärztin zog sofort den 10,5 cm langen Nagel heraus. Auf dem Röntgenbild war zu erkennen, dass der Bruch selber aber sehr gut verheilt ist und auch am Hüftgelenk alles i. O. ist, wie schön. Endlich hatte Pipo keine Schmerzen mehr, was man ihm sofort nach der OP anmerken konnte. Er war richtig fröhlich. Natürlich machten wir uns Vorwürfe, nicht schon im Oktober geröntgt zu haben. Damit hätte man dem Hund wohl einiges ersparen können. So, nun wieder zurück zu den ersten beiden Monaten mit Pipo.
Ich glaube es war in der zweiten Woche in der Pipo bei uns war, ich ging mit ihm morgens im Dunkeln vor der Arbeit auf der großen Wiese spazieren. Mir kamen 3 Hunde und ein Mann entgegen. Ein Hund war an der Leine und die anderen liefen frei. Ich konnte sie allerdings nur sehen, weil sie beleuchtete Halsbänder trugen. Pipo war an der Leine und schnüffelte intensiv im Gras und bekam gar nicht mit, dass sich uns Hunde näherten. Völlig ohne Vorwarnung gingen die beiden freilaufenden Hunde auf meinen Hund los, der völlig überrascht war (er ist ja fast blind und kann im Dunkeln fast gar nichts sehen). Er quiekte und warf sich auf den Rücken. Der Mann rief seine beiden Hunde ab und sagte nur: „Das machen die sonst nie!“ und ging weiter. Ab diesem Zeitpunkt war ich beim spazieren gehen total unsicher. Ich traute mich nicht mehr im Dunkeln mit Pipo zu laufen, benutzte nur noch beleuchtete Wege und sobald ich einen Hund nur von weitem sah, wechselte ich die Straßenseite oder ging wieder zurück. D. h. ich war mit Pipo an der Leine immer total angespannt und auch Pipo war angespannt. Sobald er nur einen Menschen oder einen Hund hörte, fing er an zu bellen. Ich war fix und fertig, total gestresst und setzte mich selber unter Druck, denn mein Ziel einen perfekten Hund zu haben konnte ich nicht realisieren. Nach ca. 3 Wochen war es mir zu viel. Ich überlegte heimlich, wie ich den Hund wieder los werden konnte, grübelte nächtelang. Heimlich, weil meine beiden Männer gar nicht gestresst waren. Sie beide fanden das neue Leben mit dem Hund ganz toll und hatten überhaupt keine Probleme oder Ansprüche an den Hund. Mir war klar, dass ich Pipo nicht wieder zurückgeben konnte, da er aufgrund der Augengeschichte wahrscheinlich nicht mehr zu vermitteln war. Aussetzen und so tun als ob er weggelaufen war, ging auch nicht, er ist ja gechipt. Ebenfalls war mir klar, dass der Hund ein kleines Sensibelchen ist und im Tierheim nicht glücklich sein konnte. Ich war so verzweifelt und mir gingen die schlimmsten Ideen durch den Kopf. Meine beste Idee war dann, endlich mit meinem Mann über meine Probleme zu reden. Männer sind ja sowieso viel lockerer und machen sich nicht über jede Kleinigkeit Gedanken. Nachdem wir geredet hatten, war es schon gar nicht mehr so schlimm (warum hatte ich eigentlich alles in mich reingefressen und nicht vorher schon etwas gesagt?) und warum sollten wir es alle zusammen nicht schaffen, Pipo gut zu erziehen und aus ihm einen tollen Familienhund zu machen? Wieso so schnell aufgeben, das machen wir doch sonst auch nicht? Er hatte natürlich Recht und ab da ging es viel besser.
Dann endlich hatten wir nach den Weihnachtsferien unsere erste Gruppenstunde in der Hundeschule Bonita. Ich war total aufgeregt. Es war nachmittags und schon dunkel (Winter). Pipo hat fast die ganze Stunde nur gebellt, aber wir haben auch die ersten einfachen Übungen mitgemacht, Sitz und Fuß. Es war trotzdem toll. Ich fing an und das mache bis heute jeden Tag, die Übungen, welche wir in der Hundeschule machten, mit Pipo zu üben. Natürlich immer mit Hilfe des Futterbeutels. Erst im Haus, dann im Garten an der langen Leine, dann im Garten ohne Leine, dann auf der Wiese mit der langen Leine. Vor allem das Abrufen, also das Kommando „komm“. Auch während der zweiten Stunde, es war natürlich wieder dunkel, bellte Pipo fast die ganze Zeit. Renate steckte uns in eine Gruppe, die am Samstagmorgen trainiert, dann ist es immer hell, Pipo kann gut sehen und muss nicht so viel bellen. Hier wurden wir ebenso, wie in der ersten Gruppe freundlich empfangen. Auch war keiner vom Gebell meines Hundes genervt (nur ich, mir war das peinlich)! Je öfter wir an der Gruppenstunde teilnahmen, desto ruhiger wurde Pipo. Renate nimmt sich für jeden Zeit und wenn eine Übung mal nicht sofort klappt, verliert sie nie die Geduld und zeigt uns, wie wir selber die nötige Geduld und vor allem Konsequenz gegenüber unseren Hunden erlernen können. Mit jeder Gruppenstunde wurde ich sicherer und gleichzeitig auch mein Hund. Im Februar nahmen wir dann an unserem 1. Apportierseminar teil. Das Apportieren machte Pipo viel Spaß und wir fingen mit den ganz einfachen Übungen an. Ich bewunderte die fortgeschrittenen Teilnehmer, die schon komplizierte Übungen ohne Leine machten. Ganz toll fand ich „Sitz aus der Bewegung“ und habe mir gewünscht, das auch irgendwann mit Pipo zu können. Heute nach unserem 3. Apportierseminar, befolgt Pipo dieses Kommando. Beim ersten Mal hätte ich vor Stolz und Freude fast geheult. Auch traute ich mich nun auf die große Wiese und nahm vorsichtig Kontakt zu anderen Hundehaltern und ihren Hunden auf. Ich hätte nie gedacht, dass man mit einem Hund so viele Menschen kennen lernen kann. In einem Monat lernte ich mehr Leute kennen, als in den 11 Jahren, die ich schon in Meinerzhagen wohne. Mit Hans einem Nachbarn (den wir vorher nur vom Sehen kannten) und seiner Inscha, einer ruhigen 11 jährigen Riesenschnauzerhündin, gingen wir am Wochenende regelmäßig eine große Strecke. In Gesprächen mit den anderen Hundehaltern konnte ich mich austauschen und erhielt viele Tipps, wie ich mit Pipo umgehen könnte. Ein besonderer Dank an Elke mit Oskar, Brigitte mit Sheggy, Gaby mit Hanka und Paulina und Sybille mit Raja, die mir immer Mut gemacht haben. Aber einen ganz besonderen Dank an Renate, die ich in den ersten Monaten mit Fragen per E-mail bombardiert habe und die immer geduldig und schnell geantwortet hat. Das ist bestimmt nicht selbstverständlich. Super war auch der erste Themenabend im Naturfreundehaus Heed. Voller Überraschung stellte ich fest, was alles bei der Hundeerziehung beachtet werden muss und was wir alles falsch machten. Toll fand ich, dass auch die anderen Hundehalter die eine oder andere Frage zur Hundeerziehung hatten und es nicht überall perfekt lief. Bis jetzt habe ich noch keinen Themenabend verpasst und lerne immer mehr über das Wesen des Hundes. Auch lerne ich Pipo immer besser kennen. Ein riesiger Schritt dahin und für mich ein Meilenstein war die Kommunikation, welche Renate im Juli mit ihm machte. Pipo sollte für 2 Wochen zu meinen Eltern, weil wir ihn nicht mit in den Urlaub nehmen durften, denn den hatten wir schon gebucht, bevor Pipo zu uns kam. Zwar war er dort schon eine Woche über Weihnachten und Sylvester, doch wollten wir trotzdem seine Zustimmung für die 2 Wochen, denn das ist eine lange Zeit. Er gab uns sein Ok (hier ein herzlicher Dank an Gerd und Anne für die Unterstützung) und wir erfuhren viel über Pipos Vergangenheit, was auch viele seiner Verhaltensweisen erklärte und vor allem bekamen wir die wichtigste Rückmeldung, dass er sich bei uns wohl fühlt und endlich seine Familie gefunden hat. Langsam lerne ich seine Körpersprache zu verstehen, was ich extrem schwer finde. Nie hätte ich gedacht, dass mein Verhalten, das Verhalten des Hundes beeinflusst und eigentlich nicht der Hund, sondern der Mensch erzogen werden muss. Extrem herausfordernd ist es immer, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und für den Hund eine klare Kommando- und Körpersprache zu haben. Je sicherer ich werde, desto sicherer ist Pipo, der in neuen Situationen manchmal ängstlich reagiert. Heute können wir drei uns ein Leben ohne Pipo gar nicht mehr vorstellen. Auch Malte ist immer noch, wie am ersten Tag mit Feuereifer bei der Sache, besucht mit uns die Themenabende, begleitet uns zur Hundeschule und trainiert dort auch selber mit Pipo wenn er Zeit hat und geht oft mit spazieren. Pipo ist ein toller Hund, der super zu uns passt. Er kuschelt mit uns, aber wird uns auch immer auf Trab halten, da er immer körperlich und vor allem geistig beschäftigt werden möchte. Wir haben uns schon viel zusammen erarbeitet. In manchen Bereichen haben wir große Schritte voran gemacht und in manchen Bereichen kleine Schrittchen. Es ist noch viel zu tun, aber die Erfolge, welche wir bis jetzt vorzuweisen haben, verdanken wir Renate und dafür ein herzliches Dankeschön.

 

Sie stellt immer das Wohl des Tieres in den Vordergrund. Wir freuen uns auf hoffentlich noch viele Jahre mit der Hundeschule Bonita.

 

Pipo und seine Familie

Laima bedeutet Glück

Im Frühjahr 2008 musste meine Katze eingeschläfert werden, doch lange hielt ich es ohne ein Tier nicht aus und nach einer Weile war mir klar: Mein nächstes Tier sollte ein Hund sein.

 

Mit dem Klischeeverhalten eines Hundes und einer ungefähren Vorstellung im Kopf wie mein Hund sein sollte, begann meine Suche. Leider war sich die gesamte Familie uneinig, mein Vater wollte ,,wenn schon einen Hund, dann auch einen richtigen’’, ich hingegen wollte einen kleinen Hund.
Damals dachte ich, jeder Hund würde Stöckchen holen, sich freuen und bellen und genau das erwartete ich auch.
Wir besuchten also einige Tierheime, doch wir fühlten uns nie gut beraten und wurden immer unsicherer. Manchmal dachte ich, dass es einfach keinen Hund gab, der zu uns passte.
Dann an einem Morgen in den Sommerferien las meine Mutter eine Annonce der Tierhilfe in der Zeitung und nach einem kurzen Telefonat fuhren wir los.
Die Frau, die uns erwartete, nahm sich Zeit um mit uns zu reden und wollte auch von uns einige Dinge erfahren, was uns natürlich sympathisch war, schließlich wollten wir nicht nur irgendeinen Hund vermittelt bekommen, sondern unseren Hund finden.
Anschließend holte sie zwei Hunde aus dem Haus, beide ungefähr gleich groß, um die 55cm und doch komplett verschieden. Einer der beiden war ein Hund wie aus dem Bilderbuch, weiß mit braunen Flecken und er kam direkt freundlich auf uns zu, der andere war zurückhaltender und sah aus wie ein kleiner Wolf, Laima. Das totale Gegenteil von dem was ich wollte und trotzdem sagte ich meiner Mutter nach ein paar Minuten, dass ich mir sicher sei, dass sie mein Hund werden sollte. Zuerst war sie nicht wirklich überzeugt, genauso wenig wie mein Vater als wir am nächsten Tag mit Laima spazieren gingen, doch schon am Abend danach kam sie zu uns nach Hause.
Erst als sie cirka einen Monat bei uns lebte, verstand ich wirklich, was es heißt einen Hund aus dem Tierheim zu haben. Laima kommt aus Russland, von der Straße.
Am Anfang war sie so ängstlich, dass sie nicht einmal durch die Haustür gehen wollte und in vielen Situationen reagierte sie mit heftigem Zittern, kniff die Rute zwischen die Beine und zeigte größeren Hunden aus Angst die Zähne. Mit engen Räumen hatte sie Probleme und schreckte immer wieder zusammen.
Allmählich sah ich ein, dass ich keinen vertrauensseligen Hund bekommen hatte - was mir eigentlich schon vorher hätte klar sein müssen - sondern ein kleines Sorgenkind.
Ich verstand, dass ich mit ihr alleine nicht vorwärts kommen würde und so kam die Idee auf, eine Hundeschule zu besuchen.
Unsere erste Erfahrung mit einer Hundeschule war für Laima und mich nicht schön und ich dachte, wenn alle Hundeschulen so seien wie die, in der ich gewesen war, dann hätte es keinen Sinn einen weiteren Versuch zu starten.
Allerdings bekam ich von einigen Nachbarn die Empfehlung es doch einmal bei der Hundeschule Bonita zu probieren und das tat ich.
Nachdem ich mir eine Gruppenstunde angesehen hatte, war ich begeistert davon wie mit den Hunden umgegangen und was gelernt wurde. Direkt danach machte ich mit Renate den Termin für unsere erste Einzelstunde aus, die meine Mutter und ich zusammen mitmachten. Schon in dieser ersten Stunde bekam ich so viele Informationen, dass ich vollkommen verwundert war, auf was man alles achten muss und was wir in dieser kurzen Zeit schon falsch gemacht hatten. Aber nun war mein Ehrgeiz geweckt, so würden Laima und ich vielleicht gemeinsam ihre Ängste und meine darauffolgende Unsicherheit überwinden können.
Schnell folgte unsere erste Gruppenstunde und ich war erleichtert wie selbstverständlich ich von der Gruppe aufgenommen wurde. Ich fand es toll, dass Laima vor und nach den Stunden mit den anderen Hunden spielen durfte, da sie diese Gelegenheit sonst nicht hatte, schließlich konnte ich sie nicht ableinen.
Jetzt war das Lotterleben für meinen Hund also vorbei, fast jeden Tag wurde geübt und ich hatte das Gefühl, dass es ihr auch Spaß machte.
Etwas später schlug Renate uns vor, an einem Apportierseminar teilzunehmen. Eigentlich klappte es an diesem Tag gar nicht mal so schlecht. Doch kurz danach zeigte Laima überhaupt kein Interesse mehr und es dauerte fünf Monate bis sie endlich wirklichen Spaß am Apportieren bekam. Der Auslöser dafür war unser zweites Seminar, Kommunikation. Vielleicht war ich in der Zwischenzeit einfach zu ungeduldig mit ihr, doch nach dem Seminar war das Problem einfach verschwunden.
Dieser Tag war für mich eine Geduldprobe, weil Laima zwei Stunden kläffte und ohne ständige Beruhigungen von Renate und der Gruppe wäre ich wahrscheinlich gescheitert.
Doch am nächsten Nachmittag erkannte ich meinen Hund kaum wieder, als ich meinen Dummy herausholte, sah sie mich interessiert an und brachte ihn direkt zurück. Ich war so stolz.

 

Vor ein paar Wochen hatte ich mein zweites Kommunikationsseminar und weiß, dass es wieder das nächste Schrittchen war, um etwas Neues zu lernen. Dieses Mal war es für mich besser, einfach weil Laima und ich entspannter waren als beim vorherigen Mal.
Ich denke, dass wir uns auch von diesem Seminar eine Menge mitgenommen haben, genauso wie von jedem Themenabend und jeder Gruppenstunde. Doch ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß machen kann, zusammen mit einem Tier zu lernen. Meine Eltern und ich sind froh, dass wir sie haben und ihre Namensbedeutung zutrifft, Laima bedeutet Glück und das ist sie, unser Glück. Glück war auch eine so gute Hundeschule gefunden zu haben, denn langsam merke ich, dass Laima in schwierigen Situationen immer gelassener reagiert, obwohl sie oft immer noch ängstlich ist. Ich merke, dass sie selbstbewusster geworden ist und mehr Spaß an allen Dingen hat, die wir mit ihr machen.

 

Ohne die Hundeschule und damit ohne dich, Renate, hätten wir das nicht geschafft und dafür möchten wir DANKE sagen.

 

Mandy und Laima

Jolene

Nach ein paar Monaten Hundeschule haben wir uns entschlosse, mit Jolene an einem Apportierseminar teilzunehmen. Die Erwartungen daran waren klein, weil wir es doch schon so einige Male versucht hatten, Jolene von ihrem „Beutel“ zu überzeugen, es aber nicht geschafft haben. So meldeten wir uns an und nahmen am 19.04.09 an Renates Apportierseminar teil. Anfangs, als wir sahen was die anderen alles schon konnten, fragten wir uns, „warum sind die eigentlich hier“? Unser Anfang war schwer, es hat ja auch keiner gesagt, dass das leicht ist, aber in der 2. Hälfte des Seminars,
nachmittags, klappte es und Jolene hatte den Beutel in ihrer Schnauze! Sie trug ihn, ja sie trug ihn wirklich. Waren es ein paar Meter oder war es nur ein halber Meter? Wir wissen es nicht, aber was wir wissen ist, dass das Gefühl in diesem Moment einfach toll war. Nicht nur wir waren total aus dem Häuschen. Nein, auch die anderen Teilnehmer freuten sich mit uns. Alleine das war es wert an diesem Tag dort gewesen zu sein. Jeder fieberte mit uns mit und in den Gesprächen, die sich ergaben, erfuhren wir, dass es manch anderem genau wie uns ergangen war und sie deshalb so gut mit uns mitfühlen konnten. Das war wirklich schön und hat gut getan. Es war ein toller Tag.

 

Nur ein paar Tage später stand unser erster gemeinsamer Urlaub mit Jolene vor der Tür. 14 Tage Dänemark, wir freuten uns sehr darauf. In diesen 14 Tagen haben wir täglich den Beutel ins Spiel gebracht. Ob im Ferienhaus, weil dort so ein schöner langer Flur war oder aber am Strand. Der Beutel war immer dabei und wir konnten wirklich von Mal zu Mal merken, dass es Jolene mehr und mehr Spaß machte. Die Abstände, die der Beutel von uns geworfen wurden, wurden größer und irgendwann war die Entfernung wirklich egal. Sie brachte uns den Beutel immer zurück. Wer in diesem Moment wohl stolzer war? Wir oder Jolene? Aus dem Urlaub wieder zurück, präsentierten wir voller Stolz „unser Werk“. 14-Tage-Intensivkurs-Dänemark, haben wir Renate gesagt und es ist einfach schön zu sehen, wie viel Spaß Jolene am Apportieren hat.
Wir werden sicherlich noch das ein oder andere Apportierseminar besuchen und bei dem einen oder anderen Neuling dann genau so mitfiebern, wie bei uns mitgefiebert wurde.

 

Liebe Grüße
Silke, Armin und Jolene – unser Sonnenschein -

Oskar und Familie Peters

Im Sommer 2008 schneite plötzlich Oskar zu uns ins Haus.
Eine Freundin, die diesen knapp einjährigen Hund geradewegs ins Tierheim bringen sollte, machte nach kurzem Telefonat bei uns Station. Da wir nach dem Tod unseres Dackels im Herbst 2007 irgendwie nicht mehr komplett waren, wollten wir uns den Hund ansehen und überlegen, ob wir ihn behalten sollten. Für Oskar waren wir Station 4 in seinem kurzen Leben. Nach einem halben Jahr in einer rumänischen Auffangstation kam er nach Lüdenscheid. Dort musste er auf einem Balkon „leben“ und wurde nach einem viertel Jahr halbtot, - verwurmt, verlaust und krank, weggeholt und weitervermittelt. Gesund gepflegt wurde er, aber Familienanschluss gab es in diesen folgenden 2 ½ Monaten wieder nicht; Oskar war mal hier mal da und sollte schließlich weg, ins Tierheim.
Doch glücklicherweise landete er bei uns. Wir haben uns die Entscheidung ihn zu behalten nicht leicht gemacht: der Familienrat tagte, Opa als Hundesitter wurde befragt und auch unser befreundeter Tierarzt sollte seine Meinung bezüglich der Rassenvermischung - somit des vermutlichen Charakters von Oskar, abgeben.
Oskar gewann, er durfte bleiben und wir, Uwe, Elke. Robin (9) und Bennet (6) zählten von nun an wieder zu den Hundebesitzern. Und so fing alles an!
Oskar entpuppte sich als völlig menschenscheu. Streicheln konnten wir ihn nicht, schmusen erst recht nicht. Er nahm nicht am Familienleben teil, lief immer nur zu seiner mitgebrachten Decke und lag dort allein. Er fraß zwar vom ersten Tag an, aber seine Körperhaltung zeigte auch dabei, dass er ständig auf der Flucht war. Wassertrinken aus einem Napf oder einer Schüssel ging gar nicht, da mussten wir schon zum Bach laufen oder eine Pfütze finden. Oskar kannte keine Autos bzw. durch ein Wohngebiet zu gehen, löste schon die größte Panik in ihm aus. In ein Auto zu steigen war das nächste Problem: auch das verweigerte er strikt.
Sobald etwas über ihm war, wie z. B. eine offene Kofferraumklappe oder eine Markise, versuchte er zu entkommen. Weg, weg, Hauptsache weg. Für meinen Mann und mich eine echte Herausforderung, denn 18 kg in Panik festzuhalten ist nicht so leicht. Überhaupt mussten wir draußen immer 1000 %ig bei der Sache sein, um Oskars Gezerre, plötzliche Richtungs-wechsel und Fluchtversuche vorherzusehen bzw. auszugleichen. Von gemütlichen Spaziergängen konnte also keine Rede sein. Außerdem hatten wir tatsächlich – trotz 14 Jahre Dackel – keine Ahnung vom richtigen Umgang mit unserem neuen Tierchen. Ich muss betonen, dass Oskar in dieser schweren Zeit niemals aggressiv oder böse wurde. Weder uns noch unseren Kindern oder sonst wem gegenüber! Außerdem hatten wir das große Glück, neue Hunde-freunde zu finden. Familie Bussmann hat uns mit Rat und Tat unterstützt, getröstet, motiviert und das ohne jemals zu schulmeistern. Labrador Shaggy wurde Oskars Freund, der ihm wohl auch ein bisschen von der Welt erklärte.
Im September haben wir uns die Hundeschule Bonita angesehen. Nachdem ich erst mal ohne Hund bei einer Stunde zugeschaut haben, habe ich mich bei Renate angemeldet. Nie werde ich das erste Gespräch vergessen, als Renate mir so viele Frage über uns, über Oskar und alles Drumherum gestellt hat. Die besondere Frage für mich war und ist: Was erwartest du von deinem Hund? Hätte Renate Oskar gefragt, was er von uns erwartet, ich glaube er hätte geantwortet: „Herrchen und Frauchen sollen endlich lernen, mich zu verstehen und meine Sprache zu sprechen.“ Damit haben wir dann auch sofort begonnen.
Erst in zwei Einzelstunden, in denen Renate uns schon viele nützliche Tipps zum Thema „Vertrauen“ gegeben hat und vor allem mich mal richtig eingestielt hat. Der arme verunsicherte, ängstliche Hund konnte ja schließlich nichts dafür, dass sein Frauchen noch viel unsicherer und ängstlicher war als er!!! Soviel zu dem Begriff „Hundeschule“: Lernen müssen ja wohl erst mal die Zweibeiner, das ist mir ganz schnell klargeworden.

 

Oskar hatte in der vergangenen Zeit viel dazugelernt aber er war immer noch sehr skeptisch allem gegenüber. Sich streicheln zu lassen, ließ er mittlerweile über sich ergehen, auch durch unser Wohngebiet kamen wir einigermaßen, aber gut immer noch nicht. Unser Oskar blieb tagsüber bei uns im Wohnzimmer, aber immer auf „Hab Acht – Stellung“. Er hat nie von sich aus etwas angestellt oder gefordert, er verhielt sich immer unauffällig. Richtig glücklich war er, glaube ich, wenn er ohne Leine mit Freund Shaggy über die Wiesen toben durfte. Ja, abgeleint haben wir ihn dann, aber manchmal dauerte es schon ziemlich lange bis er wieder sicher an der Leine war. Mit Leckerchen o. ä. konnten wir ihn nie locken, das kam bei ihm nicht an.
Die Gruppenstunden bei Renate wurden für uns immer besser. Erste Erfolge stellten sich ein und das Verständnis zwischen Oskar und uns wurde besser. Meine Ängste – auch vor anderen Hunden, nahmen durch die Hundeschule ab. Ich habe viel gelernt, auch durch die anderen Teilnehmer in unserer schönen Gruppe. Außerdem, und das finde ich besonders klasse, habe ich auf jede(!!) meiner Fragen eine Antwort von Renate bekommen. Jede Mail, jede SMS wurde prompt beantwortet, und das finde ich allerhand.
Mit der ganzen Familie haben wir dann im Herbst an der Hundeschulwanderung teilgenommen. Als Renate mir sagte, dass wir zwischendurch alle im Landhaus Heed ein-kehren, habe ich geglaubt, ich höre nicht richtig. Wie sollte das denn wohl gehen: Riesentheater bei Kaffee und Kuchen, Oskar auf der Flucht, Herrchen und Frauchen mit blanken Nerven und gezerrten Armen? Na bravo, aber wir wollten mit. Und wie haben wir gestaunt! Erstmal die schöne Wanderung und durch Renates gelungenes Einteilen der Hunde ein ruhiges, harmonisches Kaffeetrinken. Und wie stolz waren wir auf Oskar. Als hätte er so etwas schon tausendmal gemacht.

 

Die Zeit und die gute Betreuung in der Hundeschule bzw. durch Renate halfen uns Tag für Tag weiter. Natürlich gab es auch immer wieder Rückschläge, aber auch viele Schritte nach vorn. Als ich eines Tages entdeckte, dass Oskar sich Uwe`s Hausschuh „vorgenommen“ hatte, musste ich sogar lachen – endlich verhielt sich Oskar mal so, wie man es von „normalen“ Junghunden kennt oder hört.

 

Über Silvester brauchten wir dann Renates Hilfe mehr denn je. Hatte doch der junge Oskar sein erstes Silvester vermutlich allein auf einem Balkon erlebt, so reagiert er, trotz zunehmendem Vertrauen zu uns, auf jegliche Art von Knallerei völlig panisch. Er macht dann total zu, hört und sieht nichts mehr, atmet ganz schnell und sein Herzchen schlägt bis zum geht nicht mehr. Ansprechbar ist er dann nicht mehr. So, und jetzt also Silvester. Renate hat uns Rescue Tropfen empfohlen und Oskar Reiki geschickt. Schön war das Fest für Oskar sicher nicht, aber so schlimm wie wir erwartet haben, war es für ihn auch nicht. Und bei allem Übel: wir waren überglücklich als Oskar in seiner Angst unsere Nähe gesucht hat, und nicht sein Heil in der Flucht!
Im Februar haben mein Mann und ich mit Oskar an dem Kommunikationsseminar teilnehmen dürfen. Ich dachte erst gar nicht, dass wir schon so weit sind, aber Renate sah das anders.
Kommunikationsseminar, tja, was stellt man sich darunter vor? Grosse Fragezeichen in Uwe´s und meinem Gesicht, wie dieser Tag wohl laufen wird. Zuerst wurden wir theoretisch vor-bereitet, um was es geht und wie es geht und so. Und dann kam die Praxis. Uwe war vor- mittags dran, ich am Nachmittag. Dass man es tatsächlich schafft, ohne Worte mit seinem Hund zu „sprechen“, ihn mit der eigenen Körpersprache zu lenken und im Gegenzug die ganz klaren Antworten seines Hundes zu verstehen lernt, das hat uns völlig fasziniert!

 

Für mich war das absolute Highlight des Tages, als alle sechs Hunde samt Zweibeiner ohne Stress oder Leinenzug oder gar Gekläffe durcheinander durch ein kleines, aber wirklich k l e i n e s, abgestecktes Areal spaziert sind. Nie hätte ich geglaubt, dass Oskar und ich das auch schaffen.
Aber wir haben es geschafft! Wieder mal war ich soooooo stolz.

 

Das tolle an dem Seminar ist wirklich auch, dass man das Gelernte super im Alltag durchführen und üben kann. Man braucht dazu keine Hilfsmittel, man braucht keine besonderen Gegebenheiten, nur seinen Hund und sich selbst. Ich selber probiere diese Sachen oft mit Oskar. Es macht uns beiden viel Spaß und unsere Spaziergänge werden dadurch interessant und spannend. Auch wenn ich mal nicht so viel Zeit für einen langen Gang habe, kann man vieles probieren, und Oskar genießt dann einfach die ungeteilte Aufmerksamkeit, die ihm zukommt. Echt eine klasse Sache und wir freuen uns auf die Fortsetzung des Seminars. Wir möchten auf jeden Fall dabei sein.

 

So, jetzt bin ich mit meinem Bericht im März 2009 angekommen. Ich möchte noch erzählen, dass wir in Oskar einen supertollen Hund, Freund und Kumpel haben. Er ist gesund, munter, wiegt mittlerweile 21 kg und ist total lieb. Er ist ganz verschmust, genießt jede Aufmerk-samkeit, fährt natürlich mit uns Auto und geht überall mit uns hin. Nicht immer cool, aber das kommt auch noch. Er ist niemals böse, weder Mensch noch Tier gegenüber. Auf gar keinen Fall würden wir ihn wieder hergeben wollen. Auch wenn wir jeden Tag weiter an uns allen arbeiten müssen, niemals sicher sind, dass es mit Oskar heute so ist, wie es gestern war, wir haben uns für ihn entschieden!!! Er gibt uns so viel zurück und unsere Familie ist wieder komplett. Wir haben durch Oskar viele neue, nette Bekanntschaften geschlossen und durch unsere Besuche in der Hundeschule viel gelernt.
Danke an Renate, dass sie wirklich immer ansprechbar ist und immer eine Lösung weiß oder eine Idee hat. Soviel Engagement verdient echt Respekt!


Herzliche Grüße, Familie Peters und Oskar

Jako (richtig: Jakomo) – ein Grieche in Deutschland

Nachdem wir jetzt schon fast 4 Jahre die Hundeschule „Bonita“ besuchen, wird es Zeit dass wir auch mal von unseren Erlebnissen berichten.
Im Mai 2005 zog unser Jako bei uns ein, und mit ihm eine große Herausforderung. Jakos Leben begann auf den Straßen in Griechenland und fast wäre es in einer Tötungsstation geendet. Durch einen glücklichen Zufall jedoch wurde sein Leben gerettet, indem er nach Deutschland uns letztlich zu uns kam. Wir – natürlich total Hundeunerfahren – sind voller Euphorie an das Thema „Hund“ herangegangen. Leider haben wir bereits nach 3 Wochen festgestellt, dass wir ohne professionelle Hilfe total mit der Situation überfordert waren. Durch Bekannte wurde uns die Hundeschule „Bonita“ empfohlen – und das war das Beste was uns passieren konnte.
Die Tatsache, dass unser Jako ein extrem ängstlicher Junghund war, führte Renate zu der Entscheidung, zunächst mit der Welpenstunde zu beginnen. So konnte Jako das Sozialverhalten von der spielerischen Seite entdecken. Außerdem haben wir intensiv an der Beziehung zwischen Herrchen/Frauchen und Hund gearbeitet. Recht schnell stellten sich auch die ersten Erfolge ein, so dass wir mit dem Grundgehorsam beginnen konnten.

 

Im Frühjahr 2006 haben wir dann an unserem ersten Wochenendseminar „Apportieren“ teilgenommen. Jako war mit voller Begeisterung dabei, so dass wir nun jede Gelegenheit nutzen, an Apportierstunden teilzunehmen. Es ist für uns total schön zu sehen, mit welcher Power Jako an die Apportierübungen herangeht. Besonders stolz war ich, als Jako in einer Apportierstunde – während eines Gewitters, vor dem er mächtig Angst hatte- trotzdem brav seine Übungen durchgeführt hatte.

 

Aufgrund der sich einstellenden Erfolge haben wir uns dann dazu entschlossen, an dem Seminar „Körpersprache“ im Oktober 2006 teilzunehmen. Wir sind mit vielen Fragen in dieses Seminar gegangen, „Was wird uns erwarten?, Welche Möglichkeiten gibt es im Bereich der Körpersprache?“ Wo wir nicht mitgerechnet hätten, dass alle Teilnehmer hochkonzentriert und ohne einen Laut die Übungen durchgeführt haben. Es war faszinierend zu sehen, das Jako nur auf unsere Gestik und Mimik reagierte, ohne ein einziges Wort sagen zu müssen.

 

Da wir so begeistert von dieser Art der Kommunikation waren, haben wir im Juli 2007 am zweiten Teil des Seminares teilgenommen. Inzwischen ist es uns in Fleisch und Blut übergegangen mit Jako auf diese Art und Weise zu kommunizieren. Glücklicherweise wendet Renate diese Form der Kommunikation auch in den normalen Stunden und beim Apportieren an, so dass wir weiterhin an unseren Fortschritten üben können.

 

Auf jeden Fall haben wir gelernt, dass es mit Jako niemals langweilig wird. Er hält uns immer auf Trapp und zeigt uns zwischendurch immer wieder, dass er seinen eigenen Kopf hat. Gern läuft er beim Apportieren mal ein paar extra Runden oder er ignoriert den Beutel und geht direkt seine eigenen Wege. Es ist immer wieder schwer, locker zu bleiben und Jako doch noch dazu zu bewegen den Beutel zu bringen. Aber wir wissen ja schließlich, was Renate uns immer einimpft: Geduld, Ausdauer und Konsequenz. Wir sind auch immer bemüht, dies umzusetzen.

 

Jako hat sich inzwischen zu einem richtig tollen, selbstbewussten Hund entwickelt. Wir haben ein richtig gutes Vertrauensverhältnis zueinander aufgebaut. Jako geht mit uns Wandern, er fährt mit uns Kanu, nur das Schwimmen, daran üben wir noch.

 

Wir sind auf jeden Fall super zufrieden und würden unseren Jako nie wieder hergeben. Natürlich haben wir diese Entwicklung vor allem der Hundeschule, also Renate zu verdanken.
Vielen Dank dafür!

 

Carola, Torsten und Jako

Meine Sunny

Als ich vor gut 5 Jahren, nach dem Tod unserer Aika beschloss, dass ein neuer Hund her musste, wusste ich nicht wirklich was auf mich zukommen würde. Aika war der Hund meiner Eltern und lebte bei den Tieren im Stall. Es war klar, dass ein Hund zur Familie gehörte, also musste schnell ein neuer Hund her. Ich wollte aber vieles anders machen. So sollte der neue Hund im Haus wohnen und natürlich gut gehorchen. Also habe ich mir vorab mehrere Hundebücher besorgt, um mir vermeintliches Wissen anzueignen. Außerdem wollte ich unbedingt eine Hundeschule besuchen.
Meine Familie wollte wieder einen Schäferhund haben. Gut, aber ich bestand darauf, dass es ein Mischling werden sollte, da ich wusste, dass viele reinrassige Schäferhunde überzüchtet sind und sehr anfällig für HD etc. Über das „Landwirtschaftliche Wochenblatt“ erfuhren wir von einem Bauernhof, auf dem Schäferhund/ Münsterländer-Welpen zu haben waren.

 

Mein Freund und ich sind hingefahren und damit nahmen die Dinge ihren Lauf. Die süßen kleinen Welpen liefen auf der Wiese herum, alle immer in Mamas greifbarer Nähe. Nur einen der Welpen schien das nicht zu interessieren. Dieser kleine Welpe ging auf Entdeckungsreise, gleichgültig wo Mama war.... Dieser kleine Welpe wurde unser Hund, unsere Sunny! Mit ihr hat sich mein Leben total verändert.

 

Anfangs klappte mit Sunny alles super. Sie war schnell stubenrein und hatte sich auch recht schnell an unser Leben gewöhnt. Leider passierten unvorhersehbare Dinge, aufgrund dessen wir uns eine Zeit lang nicht mehr so um Sunny kümmern konnten, wie es eigentlich erforderlich gewesen wäre.

 

Sunny hat das natürlich bemerkt und auf ihre Art reagiert. Wie gut, dass ich in der Hundeschule Bonita gelandet war. Ich war kurz vorm Verzweifeln. Sunny war, aus meiner Sicht, aggressiv anderen Hunden gegenüber und bellte alles an, was in ihre Nähe kam. Ich selber bin durch Sunnys Verhalten immer ängstlicher und unsicherer geworden, was Sunny natürlich sofort gemerkt hat. Für Sunny war klar, dass sie die Führungsrolle übernehmen musste, denn ich war ja scheinbar nicht dazu in der Lage. Renate hat mir in den Stunden immer wieder viele Tipps gegeben, wie ich mit Sunny umgehen sollte. Wichtig war, dass Sunny und ich eine richtige Bindung zueinander bekommen mussten. Renates Tipps habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Jeden, aber auch jeden Tag habe ich mit Sunny geübt, egal wie das Wetter war, egal wie müde ich vielleicht war, egal ob vielleicht die Zeit fehlte. Ich habe aber recht schnell gemerkt, wie sehr sich das Verhältnis zwischen Sunny und mir verändert hat. Außerdem habe ich bei den Themenabenden sehr viel über Hunde gelernt. Die Bücher, die ich vorher gelesen hatte, hätte ich mir auch sparen können. Die Themenabende waren Gold wert. Ich bin oft abends nachdenklich nach Hause gekommen und habe überlegt, was ich bisher nicht richtig gemacht habe oder was ich verändern könnte.

 

Mit Sunny habe ich inzwischen, so glaube ich, ziemlich jede Gefühlsschwankung erlebt. Ich bin inzwischen richtig stolz, dass sie in den Stunden so lieb und brav an den anderen Hunden vorbei geht. Sie achtet auf mich und sie vertraut mir inzwischen auch mehr. Letztes Jahr waren wir mit Sunny zum ersten Mal im Urlaub. Das war richtig toll. Wir sind in Österreich wandern gewesen. Sunny war sehr auf uns fixiert. Sie war in der fremden Gegend sehr unsicher und hat immer darauf geachtet, ob wir auch in der Nähe sind. In diesem Urlaub hatten wir uns noch mit 2 weiteren Pärchen angefreundet. Interessant war, dass, als wir 6 zusammen in den Bergen unterwegs waren, Sunny immer zwischen dem Ersten und dem Letzten hin und her gelaufen ist. Wenn einer sich weiter entfernt hatte, wurde sie richtig unruhig. Das war eine Eigenschaft, die ich an ihr noch gar nicht kannte. Sie hat tatsächlich versucht auf ihr „Rudel“ aufzupassen. Mein größtes Highlight in diesem Urlaub war aber unsere Tour nach Obersdorf. Wir wollten noch unbedingt in 2 Geschäfte dort, mitten in der Fußgängerzone, an einem Samstag! Ich war schon ganz unruhig bei dem Gedanken, mit Sunny da gehen zu müssen, wo so viele fremde Menschen waren. Aber Sunny war super lieb. Sie hat nur geguckt, dass auch ja keiner von uns beiden verloren geht. Die ganzen Fußgänger, Hunde, Fahrradfahrer und Kinder haben sie gar nicht interessiert. Mensch, was war ich stolz!!!

 

Ich habe aber im Laufe der Zeit feststellen müssen, dass man auch immer wieder Rückschritte hin nehmen muss. Im Sommer dieses Jahres hatte Sunny mit einer Hündin aus der Nachbarschaft eine unangenehme Auseinandersetzung. Glücklicherweise ohne irgendwelche Verletzungen! Für mich war es trotzdem schlimm. Hier hatte es bereits im Vorfeld einige Missverständnisse gegeben, an denen aber ganz bestimmt nicht allein Sunny Schuld war. Leider wurde das Ganze aber von einigen Leuten total verkehrt wiedergegeben. Auf einmal war Sunny der bösartige Hund, der alle Hunde und Menschen beißt. Dass der andere Hund Sunny im Vorfeld bereits in die Flanke gebissen hatte, davon war keine Rede. Diese Geschichte hat mich sehr mitgenommen. Ich habe Renate davon erzählt und sie fand es gar nicht so schlimm wie ich das damals empfunden hatte. Und sie meinte, dass mir das Gerede der anderen Menschen total egal sein sollte. Das zu hören, hat mir unheimlich gut getan.

 

Trotzdem hat mich diese Sache wieder unheimlich verunsichert. Wenn uns beim Spaziergang Leute mit Hunden entgegen kommen, habe ich nach wie vor noch richtig Angst. Sunny bemerkt das natürlich. Sie vertraut mir dann einfach noch nicht, weil ich nicht genug Selbstvertrauen besitze, die Situation zu meistern. Ich weiß, dass Sunny nur blufft, trotzdem schaffe ich es noch nicht, über meinen eigenen Schatten zu springen. Ich versuche hart an mir zu arbeiten, um dieses – für mich große Ziel irgendwann zu erreichen.

 

Wenn ich eines im Laufe der Jahre gelernt habe, dann, dass die meisten Fehler beim Zusammenleben mit einem Hund, nicht bei den Hunden sondern bei den Menschen liegen. Und hier heißt es dann: Geduld, Ausdauer und Konsequenz für Mensch und Tier. Ohne Renate hätte ich vielleicht irgendwann aufgegeben. Aber da sie immer an Sunny und mich geglaubt hat, habe ich durchgehalten. Dafür kann ich nur Danke sagen. Außerdem habe ich auf dem Hundeplatz auch immer wieder viel positives Feedback bekommen, wie toll Sunny doch geworden ist. Ich freue mich jeden Samstag auf den Hundeplatz zu kommen, zumal ich im Laufe der Zeit auch einige der Menschen dort sehr ins Herz geschlossen habe.

Jetzt, wo ich gerade hier am Laptop schreibe, sitzt Sunny neben mit, den Kopf auf meinem Schoß liegend und ich weiß, ich habe es richtig gemacht – ich habe durchgehalten. Ich weiß, dass mein kleines Powerpaket manchmal eine große Klappe hat, hinter der aber nichts steckt. Und ich weiß, dass ohne sie in meinem Leben etwas fehlen würde......

 

 Anke und Sunny

..... und ich wusste, dass sie es kann

Für unseren ersten Hund, eine Labradorhündin, wollten wir alles tun, damit sie ein glückliches Hundeleben hat. Zuerst kam der Wesenstest, bestanden. Dann die Begleithundeprüfung mit 1 ½ Jahren, von 24 zu erwarteten Punkten 21 erreicht, wir waren mächtig stolz. Weiter artgerecht beschäftigen, also gut, am besten Dummyarbeit, die Lieblingsbeschäftigung der Retriever.
Im Oktober 2006 fingen wir damit an. Kleine Gruppe, nur Labradore, erfahrener Trainer, die Dummyprüfung als Ziel. Aber unsere Hündin hatte nicht den Spaß bei der Arbeit, den wir uns für sie erhofft hatten. Die anderen Labbi’s waren ganz doll auf den Dummy, unsere nicht……… Die anderen konnten es kaum erwarten hinter dem Dummy herzulaufen, unsere nicht…………Die anderen winselten oder bellten vor Aufregung, wenn sie nur den Dummy erblickten, unsere nicht. Sie schien sehr frustriert. Was lief falsch. Alle Anweisungen des Trainers wurden von uns befolgt. Wir hatten wenig Erfahrung und konnten uns nicht erklären, warum es unserem Hund keinen Spaß machte. Unser Trainer gab mir den Rat nicht weiter Dummy mit ihr zu machen, es würde keinen Sinn machen, wir sollten es mit Agility versuchen……….……….Ich war nicht sicher. Wir sahen uns so ein Training an, es gefiel uns nicht, nicht für unseren Labbi. Sie war noch nie so bewegungsfreudig gewesen und Hindernisse umging sie lieber.

 

Aber , so erinnerte ich mich, beim Spaziergang schleppte unser Labbi dicke Äste, halbe kleine Bäume sogar und brachte sie bis vor die Haustür - to retrieve - (englisch = zurückholen, apportieren), daher hatte der Retriever seinen Namen. Wir lasen Fachliteratur und uns beschlich der Verdacht, dass vielleicht anders mit ihr umgegangen werden muss. Aber als „Hundeneulinge“ brauchten wir professionelle Hilfe, eine Anleitung. Durch Zufall erfuhren wir von Renate Dimter, sofort riefen wir an und vereinbarten einen Termin. Wir waren sehr aufgeregt. Wir trafen uns zum Einzelunterricht. Wir erfuhren im ersten Gespräch sehr viel auch über unseren Hund. Die Philosophie von Renate Dimter kam uns sehr entgegen. Ja, so stellten wir uns vor, mit unserem Hund umzugehen und zu arbeiten. Gegenüber dem Hund eine positive Haltung einnehmen und mit Freude an die Arbeit ge-hen, ihm das auch vermitteln, freudig apportieren - und siehe da, es klappte. Die meisten Labradore sind sehr verfressen, also fingen wir mit dem Futterdummy an, unser Hund apportierte. Wir machten un-sere Hausaufgaben mit ihr und sie befolgte alles freudig wedelnd. Auch das zweite Treffen verlief sehr positiv. Die Aufgaben wurden schwieriger und unser Hund meisterte alles mit Bravour.
Wir hatten erst zwei Übungsstunden bei Frau Dimter und waren überrascht wie gut alles ging.

 

Also, unser Hund kann apportieren und tut es sogar gerne.

Danke, Frau Dimter, für die Hilfe. Und allen, die nach langer Zeit verzweifeln, so wie wir, weil sie vielleicht auch einen Retriever oder anderen Hund besitzen und diesen artgerecht beschäftigen möchten, mache ich hiermit Mut (der uns verlassen hatte), mit der richtigen Hilfe funktioniert es…….……

 

Meggie S.

Hallo, Hundefreunde,

Balou ist nun im sechsten Monat bei mir und ich möchte euch von diesem Kerlchen, den Ereignissen mit ihm und seinen Fortschritten berichten. Vorab, zum besseren Verständnis:
Balou lebte in den ersten 10 Monaten seines Lebens in einer Familie mit Kindern und einer Katze im Sauerland.
Als er zu mir kam ergaben sich einige Schwierigkeiten. In den ersten Wochen wollte er zu mir ins Bett. Aber hallo, das ist nichts für mich! Mir wurde schnell klar, hier habe ich einiges an Arbeit, aber Renate auch! Unsere täglichen Übungen, die ich mit Renate vorher besprochen hatte, fanden im Haus und im Garten statt und zahlten sich schnell aus. Hier, in einem überschaubaren Bereich, klappte alles recht gut. Balou kann jetzt mit und ohne Leine bei Fuß gehen, ich kann ihn ablegen und abrufen. Ich kann auch schon den Garten verlassen, ohne dass er mir nachtrottet. Seine Verlustängste haben schon enorm abgenommen, was ich mit kleinen Schritten und sehr viel Geduld erarbeitet habe. Hierin sehe ich meinen größten Erziehungserfolg. Während meines letzten Arztbesuches, für den ich zwei Stunden benötigte, war er alleine in der Wohnung. Ich hatte ihm aber die Möglichkeit gelassen, in den ausbruchsicheren Garten gehen zu können. Es hat bestens geklappt! Wenn ich jetzt von Stolz über diesen Erfolg spreche, dürfte das jeder verstehen. Die Umstellung von einer Familie zu einer Einzelperson, also einem ruhigen Haushalt, hat er sehr gut gemeistert. Balou ist ein sehr liebes Tier und extrem anhänglich. Den ganzen Tag ist er da wo ich bin. Komme ich von der Toilette, mein Freund sitzt vor der Tür. Wenn ich nachts mal aufstehen will, muss ich aufpassen, dass ich nicht über ihn stolpere, denn er liegt vor meinem Bett. Kann mir ja nur den Hals brechen, aber dann ist er ja bestens versorgt! Langeweile kommt bei mir nicht mehr auf, es ist eher anstrengend geworden. Dafür habe ich einen großen Vorteil, diese Nervensäge läutet seine Nachtruhe spätestens um 20 Uhr ein. Nach dem Motto: Chef – Ruhe im Haus!!
Da Balou ein Trennungsopfer war, ging er zurück an seine Züchterin Frau Schemberger. Bevor ich nun Balou zu mir holen durfte, war es Frau Schemberger wichtig, ihn auf HD + ED untersuchen zu lassen. Da schon ein Termin für die Wurfgeschwister festgelegt war, nahm meine Züchterin Balou gleich mit. Frau Schemberger war es sehr wichtig, nur einen gesunden Hund abzugeben, und ließ mich das auch wissen. Leider hat unser Daumendrücken nichts genutzt. Das Ergebnis war für alle sehr traurig, denn die Diagnose lautete: ED! Seine Geschwister sind HD + ED frei. (ED = Ellenbogengelenksdysplasie). Trotz dieses Ergebnisses, konnte und wollte ich mich von Balou nicht trennen. Ich hatte ihn schon zu sehr in mein Herz geschlossen. Ich wollte ihn unbedingt behalten. Um ihm zu helfen, musste er schnell operiert werden. Ich wollte nicht, dass er im Alter gesundheitlichen Probleme bekommen würde. Aber bei welchem Arzt sollte die OP stattfinden? Es musste ein Arzt mit Erfahrung sein. Ein Telefonat mit Renate und schon wie so oft in der Vergangenheit, trat sie in Aktion. Sie hat umgehend mit Gott und der Welt telefoniert und sich schlau gemacht. Wir haben dann Balou bei verschiedenen Ärzten vorgestellt und ihre Meinungen eingeholt. In dieser schweren Zeit stand mir meine Züchterin Frau Schemberger zur Seite. Sie hatte den Geheimtipp: Balou wurde am 1. August von Dr. V. Wedlich aus Schwelm operiert. Einige von euch haben sicher schon auf dem Platz gesehen, dass es Balou wieder sehr gut geht. Diesen Tierarzt kann ich für alle Krankheit, die mit orthopädischen Problemen zu tun haben, nur empfehlen. Die Hilfsbereitschaft, die ich erneut von Renate erfahren durfte, machte mich sprachlos. Wie kann ich das nur wieder gut machen? Nur mit einem Danke ist es nicht getan. An einem Freitag machte Balou so komische würgende Geräusche. Ich dachte, er hätte mal wieder zu viel Gras gefressen. In der folgenden Nacht hat sich alles verschlimmert, er hat sich mit extrem viel Schleim erbrochen. Am nächsten Morgen zum Tierarzt. Mich hat fast der Schlag getroffen, denn er hatte Zwingerhusten. Die ersten beiden Behandlungsversuche haben nicht angeschlagen. Meine Nerven lagen blank. Ich hatte Angst, denn erst im Mai hatte ich meinen alten Freund Kimba verloren. Aber der dritte Versuch mit neuen Medikamenten hat geholfen. Und siehe da, jetzt geht es mir auch wieder gut! Nicht der Glückliche ist dankbar, sondern der Dankbare ist glücklich!
Es grüßen euch Horst Menke und Balou

 

P.S. Wünsche ein frohes Fest und für 2009 nur das Beste!

Manchmal geht das Glück einen Umweg

Im Mai diesen Jahres haben wir uns nach ein paar Jahren ohne Vierbeiner entschlossen, uns nach einem neuen Familienmitglied umzusehen. Unsere Wahl fiel dann auf Lina, eine Labrador-Mix-Hündin vom Tierschutz. Lina war 1 ½ Jahre alt und wurde von ihrem damaligen Besitzer einfach an der Autobahn angebunden.
Nach einer Eingewöhnungszeit haben wir uns nach einer Hundeschule umgesehen. Die erste, die wir fanden entsprach nicht wirklich unseren Vorstellungen und so blieb es dann auch bei dem einen Besuch dort. Dann wurden wir auf die Hundeschule Bonita aufmerksam.
Ich machte mit Renate einen Termin und schon am Telefon merkte ich „das muss es sein“. Sie zeigte uns trotz unserer Hundeerfahrung, die wir beide hatten, wie viel wir doch noch ändern können und wir arbeiteten daran. Leider gefiel das Lina so gar nicht und ein paar Wochen später wendete sich das Blatt. Was so schön angefangen hatte, war auf einmal gar nicht mehr schön. Ich – Silke – wurde von Lina täglich angesprungen und dabei blieb es nicht. Das „Nein“ wollte sie nicht akzeptieren, sie kniff zu. Renate wurde in dieser Zeit zu einer der wichtigsten Personen für uns. Egal was war, wir konnten anrufen, sie war für uns da. Sie kam vorbei. Was hätten wir nur ohne sie gemacht...RENATE WIR DANKEN DIR VON HERZEN. Schlussendlich kam die Erkenntnis, dass wir Lina einfach nicht gewachsen waren. Diese Erkenntnis tat weh. Ich weiß nicht, was mir zu diesem Zeitpunkt mehr weh getan hat die 24 Blutergüsse, die ich hatte oder diese Erkenntnis, dass es der falsche Hund für uns war. Unser Ziel war es, ihr ein Leben ohne Quälerei mit ganz viel Liebe zu geben, aber wir haben eingesehen, dass wir einfach nicht zusammenpassten. So haben wir uns dann entschlossen, Lina an die Pflegestelle zurückzugeben. Die Tage danach waren schrecklich...da war doch die Liebe...der Wille...aber es fehlte die Kraft und die Einsicht hat gesiegt, dass es für alle Beteiligten der beste Weg gewesen ist.

 

Nach der Rückgabe von Lina hielten wir weiterhin den Kontakt zu Renate. Und auch nach der Rückgabe war sie diejenige, die uns aufbaute, die uns Kraft gab. Was sagte sie noch so schön: “Ihr seid traumhafte Menschen, habt ein traumhaftes Zuhause, aber es war der falsche Hund“.
Ich hatte nach dieser Erfahrung nur noch einen Wunsch und eine Bitte an Renate. Ich bat sie uns bei der nächsten Auswahl doch behilflich zu sein und sie sagte zu.

 

Anfang September erreichte mich dann eine Mail von Renate. Sie schrieb, sie hätte da einen Hund für uns und wir sollten uns die Kleine doch einfach mal ansehen. Gesagt getan. Der erste Eindruck war „ein Schäferhund, der in der Waschmaschine gelandet ist“, der zweite „die ist ja total süß“. Uns war es mittlerweile total egal was es für ein Hund war, der zu uns findet. Hauptsache wir werden alle gemeinsam glücklich. Wir haben dann ein Treffen ausgemacht und uns Jolene einmal angesehen. Es war „Liebe auf den ersten Blick“ und auch sie zeigte uns, dass sie wohl nicht ganz abgeneigt sei, was uns umso mehr freute. Es gab ein zweites Treffen zu dem wir Renate baten, damit sie sich noch einmal ein Bild macht und vor allen Dingen sollte sie Jolene fragen, ob sie überhaupt von ihrem Besitzer weg will und, ob sie sich ein Leben mit uns als neue Familie vorstellen kann. So haben wir dann auch die erste Erfahrung in der Tierkommunikation gemacht. Es war ein komisches Gefühl muss ich sagen...und eines hat es mit mir auf jeden Fall angestellt: Ich sehe Tiere, insbesondere Hunde nun mit ganz anderen Augen. Bei den Antworten, die Jolene Renate gegeben hatten, flossen natürlich Tränen, Tränen bei Micha dem Besitzer von Jolene, weil sie ihm dankte für die schöne Zeit. Auch mir wurde so komisch und das Wasser stieg mir in die Augen, als ich hörte, dass sie merkt, dass wir sie lieb haben....Ja, das war die erste Erfahrung mit der Tierkommunikation und es werden sicherlich noch weitere folgen.

 

Damit war klar: Jolene kommt zu uns. Am 18.10.08 war es dann soweit. Sie wurde zu uns gebracht und seitdem, was soll ich sagen: WIR SIND GLÜCKLICH. Ich nenne sie oft meinen „Sonnenschein“, denn wenn ich sie ansehe, dann lacht das Herz. Sie schenkt uns soviel Freude und auch, wenn da tief in uns drin noch Spuren sind von der schlechten Erfahrung, die wir mit Lina gemacht haben, Jolene wandelt alles um. Sie schenkt und gibt uns soviel.

 

Was sollen wir sagen....das DANKE an Renate ist so groß, dass ich es kaum ausdrücken kann. Sie hat uns in der schweren Zeit so sehr unterstützt und geholfen und dann hat sie uns auch noch den Sonnenschein ins Haus gebracht....was könnte es Schöneres geben.

 

Last but not least danken wir Micha von ganzem Herzen, dass er uns als neue Familie für Jolene ausgesucht hat. Man kann wirklich sagen, dass es menschlich und „tierisch“ gepasst hat.

 

Wir freuen uns auf unser gemeinsames Leben mit Jolene und irgendwann werden wir sicherlich noch einmal berichten.


Silke, Armin

Und Jolene, unser Sonnenschein

Es kommt oft anders als man denkt oder plant!

Zweimal sechs Richtige im Lotto, das gibt es nicht!!! Doch, meine Hundefreunde, das gibt es wirklich! Nun der Reihe nach:

 

Einige von euch kennen mich mit meinem Freund Kimba und somit auch meine Sprüche:

 

„Für einen Hund trage ich eine hohe Verantwortung! Kann ich diese noch tragen, werde ich dieser noch gerecht? Kimba ist mein letzter Hund. Es kommt mir keiner mehr ins Haus. Bin doch schon eine älterer Mensch, habe so meine Macken und gesundheitliche Probleme!

 

“Außerdem wollte ich mir auch noch meine offenen Wünsche erfüllen: Große weite Reisen sollten es sein! Zu diesen meinen Wünschen passte einfach kein Hund. Und wenn doch, so wäre das nur mit extremen Einschränkungen machbar gewesen. Das wollte ich aber nicht, denn vier Hunde in meinem Leben sind genug! Wollte ohne jegliche Einschränkung frei in meinen Entscheidungen sein! Ein Leben führen, in dem ich nur für mich Verantwortung trage. Meine sehnlichsten Wünsche erfüllen. In der Vergangenheit ging das doch nicht. Da waren die Arbeit, die Familie mit den Kindern, aber auch Schulden und ein Hund.

 

Mit Renate habe ich ganz offen darüber gesprochen. Diese hat nach Möglichkeiten gesucht und auch gefunden. Nur meine Ohren waren für diese Vorschläge einfach taub. Meine Wünsche, die Welt zu sehen und zu erleben, waren vorrangig, standen zu dieser Zeit für mich an erster Stelle.

 

Es kam der 6. Mai 2008, ein sehr trauriger Tag. Zwischen Kimba und mir trennten sich die Wege und das für immer. Auf seinem Platz im Garten, auf dem er immer lag und in meinem Herzen, hat er die wohl verdiente Ruhe gefunden. Die Trauer war und ist immer noch groß und ich schäme mich nicht meiner Tränen. Jetzt hatte ich die Zeit, die ich mir immer gewünscht hatte. Trug keine zusätzliche Verantwortung mehr und wollte mein Leben neu ordnen. Was dann kam, war für mich einfach nur schrecklich und grausam! Das Haus, meine Wohnung, der Garten alles so ruhig, so leer, ohne jegliches Leben. Stellte sehr schnell fest, dass es so, wie ich es mir vorgestellt hatte, nicht weitergeht. Es muss eine Änderung geschehen, ansonsten gehe ich ein.

 

Ich begab mich auf die Suche nach einem neuen Freund. Alle meine bisher gehegten Wünsche wurden von jetzt auf gleich zweitrangig! Von meinem neuen Vorhaben wurde Renate unterrichtet. Nach über 40 Jahren große Hunde, sollte es jetzt ein etwas kleinerer sein. Da ich Lilly und Jenny kenne, schwebte mir eine Labradorhündin vor. Hatte mich auf die Suche begeben, war auch bei einigen Züchtern. Was ich dort teilweise erlebt habe, ich lasse es lieber davon zu berichten! Ich hatte schon fast die Flinte ins Korn geschmissen, da kam eine SMS von Renate. Sie hatte auch schon gleich einen Termin mit einem Züchter abgesprochen und wir haben uns dort getroffen. Mein erster Eindruck von Mensch und Tier war sehr gut. Das Gespräch, welches überwiegend von Renate geführt wurde, war offen, ehrlich und alle Papiere wurden umgehend zwecks Einsicht übergeben. Nach ca. 2 Stunden hatte man mir einen Welpen zugesagt. Das war für mich der erste Sechser!!!! Aber eine Hündin?? Die Züchterin, Frau Schemberg war der Überzeugung, ich wäre ein besserer Rüdenführer! Aus meinen Augenwinkeln hatte ich Renate beobachtet denn ich hatte eine Hündin schon zu 50% abgeschrieben. Diese blieb aber mein Geheimnis! Ich hatte doch auch schon eine Dobermannhündin geführt. Ich bekam eine angemessene Bedenkzeit, hätte mich also noch für einen Rüden entscheiden können. Jetzt kommt der zweite Sechser ins Spiel: Nach unserem Besuch ist bei der Züchterin ein Notfall eingetreten: Sie bekam aus ihrer Zucht, von der gleichen Mutter, die jetzt belegt war, einen ca. einjährigen Rüden zurück! Familienangelegenheiten – das arme Tier! Kurzfristig wurde erneut ein Besichtigungstermin abgesprochen. Ich fuhr wieder mit Renate dort hin. Diese hatte auch ganz schnell den Rüden an der Leine und es erfolgten gewissen Übungen… Renates Augen, ihre Gesten und ihre Körpersprache sagten mir alles. Ich habe sofort zugegriffen und diesen Hund, Balou sein Name, übernommen. Wenn ich auch nicht jede Woche nach Meinerzhagen kommen kann, steht jetzt schon fest, auf dem Platz sehen wir uns mit Hund wieder! Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich auch an gleicher Stelle über Balou berichten. Liebe Hundefreunde, es bleibt spannend!

 

Dir, Renate, danke ich für die sehr große Hilfe!

 

Ohne diese hätte ich noch sehr lange gesucht. Ob ich so etwas wie Balou gefunden hätte, da habe ich so meine großen Zweifel.

 

Meine Überzeugung ist heute, ohne Reue verzichte ich auf den verkorksten Weltreisenden! Dafür werde ich erneut ein zufriedener und glücklicher Hundeführer.Diese erneute große Verantwortung trage ich gerne. Ich benötige sie sogar in meinem Leben.

 

Es grüßt Horst Menke mit seinem neuen Freund Balou

Unser Sam - auf den wir neun lange Jahre gewartet haben - und das Glück sofort die richtige Hundeschule gefunden zu haben

So, nun ist es auch mal an der Zeit von unseren Erfahrungen in der Hundeschule Bonita zu berichten.

 

Wir begannen mit dem Unterricht im August 2006, nachdem wir unseren Berner Sennenhund Sam am 04.08. zu uns geholt haben. Da er zu diesem Zeitpunkt bereits zweieinhalb Jahre alt und ziemlich unerzogen war, hielten wir den Weg zur Hundeschule für unumgänglich – schließlich zogen am anderen Ende der Leine 50 Kilogramm, die es galt zu bändigen. Da wir keine Hundeschule kannten, gaben wir im Internet bei Google „Hundeschule + Meinerzhagen“ ein und erhielten als ersten Link die Hundeschule Bonita. Den Internetauftritt dieser Hundeschule fanden wir sehr ansprechend, so dass wir zunächst telefonischen Kontakt zu Renate aufnahmen und einen Termin ausmachten, zu dem wir dann mit Sam zum Unterricht erscheinen durften. Obwohl sich Sam in den ersten Unterrichtsstunden ziemlich rüpelhaft aufführte und eigentlich gar nicht einsah, warum er sich nach zwei Jahren „Lotterleben“ plötzlich unterordnen und gehorchen sollte, stellten sich – Dank Renates konsequentem Vorbeten – kurzfristig erste Lernerfolge bei Mensch und Hund ein.

 

So fanden wir auch schnell heraus, dass Sam eine sehr viel stärkere Bindung zu seinem Herrchen hat, dem er jeden Wunsch von den Augen abliest und sich Frauchen jedes „Sitz“ – „Platz“ –„-Fuß“ und alle anderen Kommandos, hart erarbeiten muss. Nachdem Sam in einer der ersten Unterrichtsstunden neben seinem Frauchen Sitz machen sollte und sie vom dauernden SITZ sagen schon einen trockenen Mund bekam, zählte Renate irgendwann laut mit. Und tatsächlich, Sam saß nach dem vierzehnten (!!!) SITZ endlich neben mir. Verständlicherweise konnte ich an dieser Stelle alles andere als stolz auf mich oder unseren Hund sein, viel eher war ich peinlich berührt aber das wird sicher einigen meiner menschlichen Mitschüler in den ersten Unterrichtsstunden auch so ergangen sein. Wir mussten dann - aufgrund einer Erkrankung von Sam – einige Monate mit dem Unterricht aussetzen, übten die Dinge, die wir bis dahin erlernt hatten, aber fleißig mit ihm weiter.

 

Dann bot Renate unterschiedliche Wochenendseminare an und teilte uns mit, dass sie der Auffassung wäre, dass apportieren für Sam sicher eine gute Beschäftigungsmöglichkeit wäre. Hm, ein Hütehund und apportieren??? Eigentlich konnten wir uns das eher nicht vorstellen aber einen Versuch war es ja wert. Und so besuchten wir mit Sam an einem Wochenende ein Apportierseminar. Es hat uns – trotz Kälte und Dauerregen an diesen beiden Tagen – riesigen Spaß bereitet und Sam ist ein klasse Hüte-Apportier-Hund gewordenJ. Renate hatte also wieder einmal den richtigen Riecher und unseren Hund sehr gut eingeschätzt.

 

Einige Monate später bot Renate dann ein Kommunikationsseminar an, an dem wir ebenfalls teilnahmen. Sam stand zu diesem Zeitpunkt bereits recht gut im Gehorsam aber wir dachten, dass da sicher noch einiges an Lernerfolgen zu erzielen sei und machten mit. Bei diesem Seminar war es dann tatsächlich so, dass bei Sam und Frauchen sozusagen der Knoten platzte. Es war eine wahnsinnig tolle Erfahrung zu lernen, wie man auf einer völlig anderen Ebene mit seinem Hund kommunizieren kann, nämlich ohne Worte, mit Körpersprache, Handzeichen und Blickkontakt. Die ersten Übungen, bei denen man die Aufmerksamkeit seines vierbeinigen Partners auf sich selbst richten sollte, hielt man fast für nicht umsetzbar.

 

Aber von Übung zu Übung stieg das Verständnis füreinander und auch an diesem Wochenende gingen wir mit ganz vielen neuen Erfahrungen glücklich und auch erschöpft nach Hause. Wir können aus tiefster Überzeugung all unseren menschlichen Mitschülern, die ihre Vierbeiner besser verstehen lernen möchten, nur wärmstens ans Herz legen, ein solches Kommunikationsseminar zu besuchen. Wir haben dort Erfahrungen gesammelt, die wir nicht mehr missen möchten und von denen wir im Zusammenspiel Hund-Mensch ewig profitieren werden. Es gibt heute keine Situation, in der wir mit unserem Hund unsicher sind. Ob wir samstags mit ihm nach Hagen zum Markt fahren, ihn beim Essengehen im Lokal unter dem Tisch parken, mit ihm in einer mit Menschen gefüllten Großraumgondel zum Nebelhorn schweben, es gibt so gut wie keine Situation oder Aktivität, an der unser Sam nicht teilhaben darf. Das hätten wir uns im August 2006 nicht träumen lassen. Diese Sicherheit und das Verständnis für Sam hat uns Renate vermittelt, dafür sind wir sehr dankbar.

 

Als wir unseren Sam zu uns holten hätten wir es niemals für möglich gehalten, irgendwann einen derart gut erzogenen Berner-Sennenhund zu haben, der ja oft für eigensinnig und dickköpfig gehalten wird. Nachdem wir über neun Jahre auf unseren Hund gewartet haben, sind wir froh und glücklich, dann auch noch die richtige Hundeschule gefunden zu haben, in der es die Trainerin mit viel Herz, Können und noch mehr Fachwissen versteht, aus Mensch und Hund ein perfektes Team zu machen.
Darüber hinaus sollte vielleicht auch erwähnt werden, dass man in der Hundeschule ganz Nebenbei auf viele Gleichgesinnte trifft und somit auch tolle Menschen kennen lernt.

 

Manuela und Volker Lüdeke mit Sam

…und dann kamen Jackie und ich in Renates Hundeschule!

Für mich wurde hier das Wesen „Hund“ immer klarer und somit auch faszinierender. Wir liefen nicht stumpf von links nach rechts und wieder zurück, sondern entwickelten uns im Team immer weiter, der Horizont und die Möglichkeiten des Miteinander erweiterten sich, weil auch Renate durch ihre Weiterbildungen in ständiger Bewegung ist. Daran haben wir alle teil und so eröffnen wir uns dann immer neue Wege im Umgang und Verständnis mit unseren Hunden. Mein anfängliches Ziel, die Begleithunde-Prüfung abzulegen, habe ich damit aufgegeben. Es macht für uns keinen Sinn mehr und ist auch konträr zur hundegerechten Kommunikation. Letztlich würde ich mich wohl auch wieder von meinem Hund entfernen.
In der Hundeschule Bonita arbeiten wir viel mit der Körpersprache. Die Signale, die wir durch unsere Mimik und Gestik setzen, sind für unsere Hunde verständlicher und fließen in jede Interaktion mit ein. Der gesprochene Befehl wird aus Sicht des Hundes immer in Zusammenhang mit unserem körperlichen Ausdruck beurteilt.
Es ist immer ein wunderbares Erlebnis, auch für Menschen, die sich das einmal anschauen möchten, wenn wir unsere Hunde nur mit der Körpersprache, ohne ein Wort zu sprechen, in absoluter Ruhe über den Hundeplatz leiten. Dieser Umgang festigt natürlich auch die Bindung zwischen Hund und Mensch.

 

Wir erwarten ganz selbstverständlich, dass die Hunde uns verstehen, aber hier in der Hundeschule lernen wir den Hund zu verstehen und lassen uns auf den Hund ein. Hunde bieten sich uns so oft an, nehmen Kontakt auf und fragen.

 

Bestes Beispiel: Jackie und ich ziehen gemeinsam durch die Lande, ausgerüstet mit mindestens einem Futterbeutel (haben wir auch bei Renate gelernt), Hund schnüffelt, geht ein Stück vor mir und ich meine, sie ist in dem Moment mit sich und der Nasenarbeit beschäftigt. Gerade will ich unbemerkt den Beutel ins Gebüsch werfen, um sie suchen zu lassen, da steht dieser Hund schon da und schaut mich erwartungsvoll an: „Oh ja, was soll ich jetzt machen?“ Fast immer, wenn ich meine, dass die Aufmerksamkeit zwischen Jackie und mir etwas nachlässt, stelle ich fest, wie intensiv dieses Band zwischen uns doch ist, dass sie spürt, wenn ich nur den Gedanken fasse, mich mit ihr zu beschäftigen. Erwischt!!!
Solche Beispiele finden sich oft und sind das Ergebnis unserer Art und Weise in der Hundeschule mit Renate und den Hunden zu arbeiten und zu lernen. Da wird uns von Renate vieles erschlossen. Und so stelle ich auch ganz stolz fest, dass unsere Hunde sehr anspruchsvoll geworden sind und an uns auch eine Erwartungshaltung haben. Eine tolle Herausforderung! Und so werden wir sicherlich noch einen spannenden Weg in dieser Hundeschule vor uns haben.
Und damit so mancher Ignorant nicht meint, die in der Hundeschule Bonita spinnen, haben auch mehrere Wissenschaftler durch Forschungen belegt, dass
1. Der Hund uns Menschen in seinen kognitiven (geistigen) Fähigkeiten ähnlicher ist, als unser nächster Verwandter, der Menschenaffe. Man fand heraus, dass Hunde uns Menschen und unser Verhalten besser deuten können, und dass diese Fähigkeit nicht vom Welpen erst erlernt wird, sondern, dass diese Fähigkeit durch das jahrtausende lange Zusammenleben mit dem Menschen vererbt wird.
2. von Dorit Feddersen-Petersen (gelesen in der Zeitschrift „dogs“ Ausgabe November/Dezember 2007)
Man fand heraus, dass Hunde die Menschen als Sozialpartner vorziehen, was in dieser Ausprägung im Tierreich einzigartig ist.
Hunde brauchen Menschen für ihre soziale Entwicklung, was im Umkehrschluss bedeutet, dass scheinbare Fehlleistungen des Hundes in der Regel auf Fehlleistungen des Züchters oder Halters zurückgehen.
Wichtig sind die Offenheit für die Beobachtung, die Freude daran und die Gewissheit, weiterhin von Hunden lernen zu wollen.

 

In diesem Sinne herzliche Grüße

von Petra und Jackie

Auch einen Herdenschutzhund kann man erziehen!

Als ich im Herbst 2003 das erste Mal die Hundeschule Bonita in Meinerzhagen besuchte, hätte ich nicht für möglich gehalten, dass mein damals 6jähriger Podhalaner-Rüde Kimba, ein polnischer Herdenschutzhund, zu einem gut erzogenen Vierbeiner werden könnte.
Durch Freunde aus Meinerzhagen, die ich von unseren Podhalanaer-Treffen kannte, hatte ich erfahren, dass in der dortigen Hundeschule eine Gruppe gegründet worden war, in der Herdenschutzhunde ihren Eigenschaften entsprechend die Unterordnung erlernen sollten. Das hörte sich gut an. Ich konnte mir nur schwer vorstellen wie das funktionieren sollte.
Diese Rassen werden schließlich zur selbstständigen Arbeit an den Schafherden gezüchtet, um diese vor Eindringlingen von außen zu schützen und dementsprechend wissen sie genau was sie wollen oder auch nicht. Das hatte mir mein eigener Hund schon des Öfteren gezeigt. Er war zwar ein guter Wachhund, bei dem Haus und Grundstück gut aufgehoben waren, aber mit dem Gehorchen war das so eine Sache. Mein Kimba gehorchte immer nur dann, wenn er es für richtig befand. Aber ich kannte das ja nicht anders und ich glaubte auch nicht, daran etwas ändern zu können.

 

Also machten wir uns an einem Samstag im Herbst 2003 auf den Weg von Marl nach Meinerzhagen. Dass wir diese Fahrt in den nächsten vier Jahren fast jeden Samstag machen würden, hätte ich nie für möglich gehalten. Ich war total neugierig und gespannt, was mich in dieser Hundeschule, in der die Besitzerin glaubte, Herdenschutzhunde erziehen zu können, so erwarten würde. Die Trainerin Renate war Kimba und mir gleich sympathisch, aber von dem was sie so von uns forderte waren wir beide nicht so begeistert.

 

Kimba sollte nun auf Kommando „Sitz“ und „Platz“ machen und auf das Kommando „Hier“ zu mir kommen und ich sollte darauf bestehen, dass er diese Befehle auch ausführte, egal wie viel Zeit ich für eine Übung brauchte. Ich versuchte mich immer wieder aus der Affäre zu ziehen, in dem ich Renate erklärte, dass das mit dieser Rasse nicht möglich sei. Aber sie entgegnete immer das gleiche: „Jeden Hund kann man erziehen, auch einen Podhalaner!“
Sie meinte auch, mein Ziel sollte sein, Kimba „Platz aus der Entfernung“ machen zu lassen und ihn in einem Restaurant ablegen zu können, wenn ich mal „aufs Klöchen“ muss. Dass wir das wirklich schaffen könnten, daran zweifelte ich, sagte aber nichts dazu und versuchte mein Bestes. Durch mein Durchhaltevermögen, meine Konsequenz und Geduld, meine regelmäßige Teilnahme an den Gruppenstunden und natürlich durch den Beistand von Renate, hatte ich bald schöne Erziehungserfolge. Kimba konnte irgendwann sogar wirklich „Platz aus der Entfernung“ machen und wenn ich ihn ablegte, konnte ich mich von ihm entfernen, ohne dass er aufstand.
Ich war sehr zufrieden und stolz. Ich spürte bald, dass wir durch das gemeinsame Arbeiten eine immer bessere Bindung zueinander bekamen. Die wurde nach der Teilnahme an einem Kommunikationsseminar noch intensiver. Auf diesem Seminar wurde mit den Hunden nur durch Körpersprache kommuniziert. Das brachte uns beide wieder ein großes Stück weiter.
Wir waren zu einem Spitzenteam zusammengewachsen. Mit viel Freude nahmen wir beide in den vier Jahren auch an den Aktivitäten der Hundeschule teil. Es gab Wanderungen, Grillfeste und Weihnachtsfeiern. Durch die regelmäßigen Besuche der Themenabende, die Renate jeden 2. Montag im Monat anbietet, konnte ich meine kynologischen Kenntnisse erweitern, was mir in der Erziehung von Kimba immer wieder weitergeholfen hat. Dass mein Hund einer der wohl best erzogenen Herdenschutzhunde ist, konnte ich erst letztens unter Beweis stellen: Am zweiten Adventwochenende fand ein Treffen der Podhalaner statt, an dem Kimba und ich natürlich auch teilnahmen. Ich hatte schon während des Tages viele anerkennende Blicke und Worte bekommen, aber dann kam das Highlight: Wir saßen in einem Restaurant und ich hatte das Bedürfnis mal austreten zu müssen. Jetzt fielen mir wieder Renates Worte ein: „ Den Hund ins Platz bringen und aufs Klöchen!“ Voller Vertrauen in meinen Hund sagte ich ganz selbstbewusst: „Kimba, Platz!“ Die Hundehalter, die rundherum saßen, schauten mich ungläubig an, als Kimba sich hinlegte und ich Anstalten machte, den Raum zu verlassen!
Mir wurde erst später klar, welches Risiko ich da eingegangen war. Würde mein Hund noch liegen, wenn ich zurückkehrte? Wie sollte ich reagieren wenn er aufgestanden war und welche Sprüche würde ich mir anhören müssen? Aber ich konnte es selber kaum glauben, als ich zurückkam lag, mein Hund noch auf der Stelle, an der ich ihn verlassen hatte. Ich hätte vor Freude jubeln können und tat vor den anderen so, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, dass ein Herdenschutzhund das kann. Die Anerkennung der anderen Hundebesitzer ging mir runter wie Öl und ich sagte ganz cool: „ Das lernt man in der Hundeschule Bonita im Sauerland!“ Dass ich diesen Erfolg mit meinem Hund erleben durfte, habe ich dir zu verdanken, Renate. Ohne deine Unterstützung wären wir nie so weit gekommen und wir hätten diese schöne gemeinsame Zeit nicht erlebt.

 

Leider können Kimba und ich aus gesundheitlichen Gründen nun die Hundeschule nicht mehr besuchen. Die weiten Autofahrten jede Woche bei Wind und Wetter sind uns zu beschwerlich geworden. Aber wenn es uns beiden gut geht und das Wetter mitspielt, besuchen wir unsere vier- und zweibeinigen Freunde in Meinerzhagen noch ab und zu. Samstags sind wir oft in Gedanken in der Hundeschule Bonita, vor allem natürlich bei Renate, der wir so viel zu verdanken haben.

 

Horst Mehnke mit Kimba

So, jetzt wird es Zeit, dass ich von unserem Urlaub berichte.

Wir waren für eine Woche in Callantsoog (Nordholland), wie im letzten Jahr.

 

Im vorigen Jahr bin ich noch mit Fredy mit Halti durch die Stadt gelaufen, weil ich ihn nicht halten konnte. Hundebegegnungen liefen bei beiden Hunden ziemlich lautstark ab. Zum Brötchenholen musste Guido alleine gehen, weil ich mich nicht getraut hätte, mit beiden Hunden vor dem Geschäft zu warten.

 

In diesem Jahr war alles anders:

 

Fredy und Muffin an lockerer Leine, wie selbstverständlich, beim Stadtspaziergang. Diesmal waren die anderen Hunde lautstark bei Begegnungen. So souverän wie unsere Hunde sich verhalten haben, dass hättest du mal sehen sollen. Wahnsinn, einfach Wahnsinn.

 

Fredy haben wir am Strand mit schleifender Schleppleine laufen lassen, weil er im letzten Jahr auf alles und Jedermann zugegangen ist. Alle waren "seine Freunde" konnte man sagen. In diesem Jahr hat er zumindest die Menschen in Ruhe gelassen, lies sich sogar von anderen Hunden abrufen. Die Schlepp war unsere Sicherheit, wir hätten sie jederzeit greifen können. Muffin wich mir nicht von der Seite, da er auf Spaziergängen zum Strand immer die Tasche mit den Schleppleinen tragen durfte (anfangs hatten wir ihn auch angeleint). So hatte ich dann am Strand die Tasche immer zwischen Rücken und Rucksack klemmen, so dass er immer darauf wartete, sie tragen zu dürfen. Menschen, Hunde, alles war ihm egal, wichtig war nur diese Tasche hinter meinem Rücken. Auf dem Nachhauseweg durfte er die Tasche dann wieder tragen. Für die Leute dort war es eine richtige Attraktion - ein Hund, der eine Tasche trägt.

 

Morgens sind wir dann zuerst eine Runde gelaufen, anschließend sind wir zusammen Brötchenholen gegangen. Ich habe dann mit beiden Hunden auf dem Platz vor dem Geschäft gewartet. Ich war mir mittlerweile so sicher, dass ich auch mit beiden Hunden alleine durch die Stadt gegangen wäre. Aber dafür wäre es noch zu früh gewesen, meine neugewonnene "Sicherheit" möchte ich jetzt noch nicht aufs Spiel setzen.

 

Wir sind täglich durch die City, auch abends im Dunkeln. Beide Hunde sind ruhig und gelassen mitgelaufen, entgegenkommende Leute haben sie nicht gestört. Im letzten Jahr haben wir teilweise die Straßenseite gewechselt, wenn uns Hunde entgegenkamen, in diesem Jahr nicht....

 

Nur einmal hat sich Fredy nicht so toll benommen. Wir saßen draußen an einer Tischgruppe und haben was gegessen. Es kamen dann Leute mit Hunden, da musste er erstmal aufmucken. Aber ich denke, dass kriegen wir irgendwann auch noch aus ihm raus. Das sitzt bei ihm momentan noch ziemlich fest. Wir haben ihn aber gleich korrigiert und sind anschließend, nachdem wir fertig mit Essen waren, aufgestanden und an den Hunden vorbeigegangen, das hat super geklappt.
Vielleicht verlange ich auch schon zu viel.

 

Das Einzige, was wir in diesem Jahr anders gemacht haben, war das Aufzugfahren. Im letzten Jahr sind wir zu viert in den Aufzug gegangen. Da aber Fredy das Problem mit der Enge hat, habe ich beschlossen, dass wir diesmal getrennt den Aufzug benutzen. Der Aufzug war wirklich mit uns VIER voll, da hätte niemand mehr hineingepasst. Wäre er mal steckengeblieben, hätte es das reinste Chaos gegeben. So sind wir im Zweierpack gefahren. Ich wollte einfach nichts riskieren.

 

Susanne K. mit Fredy und Muffin

Übungsplatz

Schlenke 8

58540 Meinerzhagen

neben Holz Meeser

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