Jolene unser Sonnenschein

Weißt du, im Leben hinterlassen wir viele Spuren. Spuren wie die, die wir am Strand mit Pfoten und Füßen hinterlassen haben. Spuren, tief in den Sand gegraben. Spuren, die belegen, dass wir dort waren, wir beide. Spuren, die noch da sind, selbst wenn wir den nächsten Schritt gewagt haben. Spuren, die das Meer sich nehmen wird und hinwegträgt in unendliche Weiten. Dann wird es aussehen, als seien wir nie dort gewesen. Keine Spur mehr von uns. Doch das Meer trägt die Wahrheit in sich. Wir sind noch da, gehen unsere Wege und hinterlassen unsere unsichtbaren Spuren. Auch das Leben hinterlässt seine Spuren. Das Auge kann Krankheit und Alter nicht leugnen. Der Sand der Zeit verrinnt dir zwischen den Fingern. Er ist so fein. Er bahnt sich seinen Weg hinaus aus deiner Hand, so sehr du auch versuchst es zu verhindern. Immer weniger Sand bleibt. Der Tag kommt, an dem spürst du, dass der Sand verronnen ist. Dann öffnest du deine Hände und lässt los. Du wirst an unsere Spuren denken. Du wirst daran denken, wie die nächste Welle sie hinwegspült, fort von mir, fort von dir. Unendliche Weiten bewahren sie... für immer. Ich werde weiterhin an deiner Seite gehen und dich begleiten. Meine Spuren bleiben unsichtbar. Aber das macht nichts. Das Meer trägt die Wahrheit in sich."

Verfasser unbekannt

 

Mit einer Mail von Renate im September 2008 fing alles an. Jolene trat in unser Leben und sie würde uns eine Welt zeigen, die wir bis dahin nicht kannten und so war es. Sie hat uns zu anderen Menschen gemacht. Ich werde wohl nie vergessen wie ich das Foto von Rente bekam und mir dachte „Corgi, was ist das denn?“ meine Antwort war dann „das scheint wohl ein Schäferhund zu sein, der in der Waschmaschine gelandet ist“ Jolene lebte bis dato bei Renates Neffen und dessen Partner in Bergheim. Sie hatte ein wahrlich königliches Leben und war auf Ausstellungen sehr erfolgreich, aber dann kam der Tag wo sie nicht mehr in einem Rudel leben wollte. Sie wollte nicht mehr teilen. Micha traf dann schweren Herzens den Entschluss, dass es für alle Beteiligten besser ist, wenn Jolene ein neues zu Hause bekommt. Wir fuhren nach Bergheim, um uns Jolene anzusehen und fuhren noch einmal gemeinsam mit Renate dorthin, um Jolene zu fragen, ob sie denn überhaupt bei uns leben möchte. Das war unsere erste Erfahrung mit dem Thema Tierkommunikation.

Am 18. Oktober 2008 war es dann soweit. Jolene zog bei uns ein. Micha und Markus brachten sie uns. Mein Gott waren wir aufgeregt und für Micha war es wirklich schwer seine „Prinzessin“ abzugeben, aber es war besser so. Armin und ich hätten wohl beide niemals gedacht wie sehr Jolene unser Leben verändern würde. Kurze Zeit später begannen wir mit der Hundeschule…Jolene machte es einem wirklich leicht. Sie war sehr gut erzogen. Im Frühjahr 2009 entschlossen wir uns ein Apportierseminar mit ihr zu machen. Einen ganzen Vormittag haben wir versucht ihr den Beutel „schmackhaft“ zu machen….krochen regelrecht über den Rasen bis sie ihn dann endlich in die Schnauze nahm und trug…vielleicht nur einen Meter, aber sie trug ihn. Wir waren überglücklich und das schönste war, dass auch alle anderen dieses Glück mit uns teilten. Die anderen Kursteilnehmer klatschten und waren genauso aus dem Häuschen wie wir. Der Bann war gebrochen…Jolene apportierte und das mit einer Leidenschaft und Freude, wie wir es nicht geglaubt hätten. Bei den Einzelübungen war der Hundeplatz ihr „Laufsteg“ sie schaute sich um, wollte wissen, ob auch wirklich alle zusahen…es war einfach herrlich. Das Apportieren war aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken. Es gehörte einfach dazu. Was hat sie mir damit für eine Freude gemacht…wir waren ein so wunderbares Team und verstanden uns auch ohne Worte.

 

Einmal im Jahr ging es nach Dänemark. Das waren immer ganz besondere Urlaube für uns drei. Wir haben das Meer, die Luft und die Dünen in vollen Zügen genossen. Stundenlang sind wir durch die Dünen gelaufen, haben am Meer gesessen und als es aufgrund des Alters und einer Kreuzband-OP nicht mehr so ging haben wir uns einen Hundeanhänger zugelegt. So konnten wir weiterhin laufen so weit wir wollten und brauchten keine Angst zu haben, dass wir Jolene überforderten oder sie auf einmal nicht mehr konnte. Jolene saß in ihrem „Corgimobil“ wie die Queen höchstpersönlich. Sie schaute neugierig vorne raus und war einfach nur glücklich dabei zu sein, so wie wir glücklich waren sie bei uns zu haben. Sogar eine Wanderung der Hundeschule haben wir mit Corgimobil gemacht und dank dieses wunderbaren Gefährts konnte Jolene bis zum Schluss an ihrer Apportierstunde teilnehmen.

Im Frühjahr 2009 fragte Renate mich, ob ich Interesse an Seminaren betr. die Tierkommunikation habe und so wurde ich in die Gruppe aufgenommen und bin bis heute dabei. Zweimal im Jahr kommen wir der Tierkommunikation und allem was dazu gehört ein kleines Stück näher. Das hat mein Leben wirklich sehr verändert und ich bin Renate bis heute dankbar ein Teil dieser tollen Gruppe sein zu dürfen.

 

Im August 2016 lief Jolene plötzlich sehr schlecht. Teilweise kam sie nicht hoch. Wir dachten es sei ein heftiger Arthroseschub und hofften man könne diesen medikamentös behandeln. Das angefertigte Röntgenbild deutete leider auf mehr hin und so wurde noch ein CT gemacht, welches dann die traurige Gewissheit lieferte, dass Jolene Knochenkrebs hatte. Für uns brach eine Welt zusammen. Ich sah diese Bilder und fragte mich wie in aller Welt konnte sie noch laufen? Jolene war noch nicht soweit und so bereitete sie uns noch viele Wochen der Freude. Wir konnten noch eine Woche mit ihr an die Nordsee fahren…Wir wussten, dass dies unsere letzte gemeinsame Reise sein würde, aber wir genossen jede Sekunde, jede Minute, ja jeden Moment mit ihr an unserer Seite. Kaum waren wir von dieser Reise zurück verschlechterte sich ihr Zustand und wir wussten, dass wir am wirklich letzten Stück des Weges angekommen waren. In all den Jahren, die sie bei uns war hat Renate immer mal wieder Kommunikationen mit Jolene gemacht und so war es uns vor allem jetzt sehr wichtig zu wissen, wie es ihr ging und was sie sich noch wünschte. Ihre Worte berührten so sehr unser Herz. Sie sagte, dass wir uns am Meer ganz nah sein werden. So nah wie nirgends woanders und dann hatte sie noch einen Wunsch, einen Wunsch der auch Renate schwerfiel uns mitzuteilen. Sie wünschte sich so sehr, dass wir nach einem neuen Hund, einem Corgiwelpen schauen sollten, dann könnte sie beruhigter gehen. Dieser Wunsch erfüllte uns mit großer Freude und Traurigkeit zugleich und so machten wir uns auf die Suche. Es ist nicht leicht einen Corgiwelpen zu bekommen und so schrieb ich den ein oder anderen Züchter ausführlich an. Bei einer Züchterin wurde ein Wurf für Dezember erwartet und wir blieben in Kontakt. Am 15.10.2016 – 3 Tage vor ihrem 8 Jahrestag hier bei uns - mussten wir Jolene dann gehen lassen. Unsere Herzen waren unsagbar schwer. Renate begleitete Jolene auf ihrer letzten Reise ins Licht. Diese Erfahrung lässt sich kaum in Worte fassen und wir sind unendlich dankbar dafür. Jolenes Botschaften, die sie uns noch schickte ließen uns trotz der Trauer so oft ein Lächeln ins Gesicht zaubern und taten so unsagbar gut. Sie schickte uns immer noch soviel Liebe und Energie. Dank meiner Seminare konnten wir ihre Seele loslassen und sie reisen lassen und sie kam auch gut voran. Am 19.10.2016 um 4.16 Uhr ist Jolene mit den Worten: „Wir werden uns in die Augen schauen Armin und wir werden wissen wer wir sind“ ins Licht eingetreten.

 

Am 20.10.16 erreichte mich dann die Mitteilung einer Corgi Züchterin, dass ein 7 Monate alter Rüde zurück zur Züchterin gegangen ist und sie fragte, ob unsererseits Interesse besteht. Ich bat darum mir ein Foto zu senden. Als dieses Foto kam blieb uns regelrecht die Luft weg…wir schauten uns nur an…Tränen flossen. Wir konnten es einfach nicht in Worte fassen. Natürlich habe ich das Foto direkt an Renate weitergeleitet. Ihr erging es ganz genauso. Ihr blieb die Luft weg…und so fuhren wir am 21.10.2016 zu zweit los und kamen zu dritt zurück. Juri zog bei uns ein und brachte Leben ins Haus…Kein Tag vergeht, an dem ich nicht an meinen Sonnenschein denke, aber der Entschluss so kurz nach Jolene Juri hier aufzunehmen war definitiv und ohne Zweifel der richtige und wir sind unsagbar dankbar dafür.

 

 

Ich kann wirklich kaum in Worte fassen wie sehr unser Sonnenschein unser beider Leben verändert hat. Wir verstanden uns ohne Worte…ein Blick genügte...nichts und niemand hätte uns trennen können und eines ist sicher sie wird immer in unseren Herzen bleiben…Seelenhunde sterben nie.

 

 

Danke sagen möchte ich meiner Seminargruppe; Elke mit Nele und Michel für unsere gemeinsamen Spaziergänge, die wir bis heute beibehalten haben. Auch unserer Apportiergruppe am Dienstag und der Stunde am Freitag für alles von Herzen lieben DANK!!!! Dank Euch allen haben wir bis zum Schluss an den Stunden teilnehmen können.

 

 

Unser aller größter Dank gilt Dir liebe Renate. Du hast uns diesen Sonnenschein ins Haus gebracht und uns all die Jahre begleitet und warst immer für uns da. Für uns bist und bleibst Du unsere Brücke in die andere Welt. DANKE!!!

 

 

Die Gedanken an die Liebe ist eine Verknüpfung von Gefühlen,

Wünschen und Freuden, die uns glücklich machen.

Liebe ist ein Zustand, den wir brauchen, um zu leben,

Liebe tragen wir im Herzen“

Jolene 16.10.2016 um 16.52 Uhr –

 

 

Silke und Armin mit Juri

und Jolene unserem Sonnenschein in unserem Herzen

Oktober 2016

Übungsplatz

Schlenke 8

58540 Meinerzhagen

neben Holz Meeser

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